„Ich spüre Aufbruchstimmung“

Sport / 24.03.2013 • 22:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Walter Hlebayna studiert künftig die Startlisten der Schweizer Skifahrer. Foto: shourot
Walter Hlebayna studiert künftig die Startlisten der Schweizer Skifahrer. Foto: shourot

Der Lecher Walter
Hlebayna ist neuer Cheftrainer der Schweizer Ski-Herren.

ski alpin. Swiss Ski ordnete seine Schlüsselpositionen neu. Der Salzburger Rudi Huber, ehemaliger Rennchef von Skihersteller Atomic, wurde zum Alpindirektor bestellt. Und der Lecher Walter Hlebayna übernimmt das Zepter bei den Herren um Carlo Janka, Beat Feuz und Co.

Wir wird man Trainer der Schweizer Herren-Skinationalmannschaft?

Hlebayna: Indem man 26 Jahre Erfahrung im Geschäft sammelt. Nein, es war so, dass in Österreich eine Trainer-Entscheidung angestanden ist, in die ich involviert war. Dann kam die Anfrage aus der Schweiz.

Sie wurden lange als Kandidat für den Posten des ÖSV-Damenchefs gehandelt.

Hlebayna: Ja genau. Nachdem beim Österreichischen Skiverband diese Personalentscheidung gefallen war, hat mich der neue Schweizer Alpindirektor Rudi Huber gefragt, ob ich das Herrenteam übernehmen möchte.

Wie lange hatten Sie Bedenkzeit?

hlebayna: Das war nicht sehr lange, ich hatte nur einen Tag Zeit. Aber es gab nicht sehr viel zu überlegen. Neben dem Job als österreichischer Damentrainer ist jener bei den Schweizer Herren natürlich ebenso spannend und interessant.

Wie lange läuft der Vertrag mit Swiss Ski, wann ist Arbeitsbeginn?

Hlebayna: Der Vertrag läuft über zwei Jahre, ich starte am 1. April.

Von Ski-Ikone Bernhard Russi gibt es Vorschusslorbeeren: „Das sind fähige Leute“, sagte er zu Ihrer Bestellung.

hlebayna: Generell freut mich die Stimmung, mit der ich in der Schweiz empfangen wurde. Es gibt überall positive Reaktionen, spüre eine richtige Aufbruchstimmung. Solch eine Aussage, wenn sie noch dazu von so einer Persönlichkeit kommt, ist schön – aber Fact ist: jetzt müssen wir mit der Arbeit beginnen.

Nach einer ziemlich katastrophalen Weltcup-Saison wartet in der Schweiz viel Arbeit. Wo gilt es als erstes den Hebel anzusetzen?

hlebayna: Wir werden das System, das bisher gefahren wurde, verfeinern. Es wird drei Weltcupgruppen mit sieben bis acht Läufern geben. In diese Teams wird die junge Garde aus dem Europacup eingebaut.

Die Schweizer Herren haben sich sowohl im Europacup als auch bei der Junioren-WM sehr gut präsentiert. Es scheint Potenzial da zu sein.

Hlebayna: Das ist der Punkt. Die Schweiz hat einige junge Läufer, die näher an den Weltcup herangeführt werden müssen. Da sind welche dabei, die großes Erfolgspotenzial haben. Als ÖSV-Herren-Europacuptrainer konnte ich die Situation gut beobachten.

Im Europacup-Herrenteam hatten Sie mit Martin Bischof, Clemens Dorner, Daniel Meier und Johannes Strolz auch einige Vorarlberger unter Ihren Fittichen. Wie beurteilen Sie deren Zukunft?

Hlebayna: Bei Clemens steht nach seiner Knieverletzung die Wiedergenesung im Mittelpunkt, man muss ihn wieder heranführen. Die anderen drei haben in den technischen Bewerben hohes Potenzial, das es jetzt abzurufen gilt. Mein nächster Schritt mit ihnen wäre gewesen, dass sie im Riesentorlauf einen höheren Level erreichen – und im Europacup Plätze zwischen fünf und zehn herausfahren.##Heimo Kofler##

Zur Person

Walter Hlebayna

übernimmt am 1. April beim Schweizer Skiverband den Posten als Herren-Cheftrainer

Geboren: 16. Oktober 1965

Familie: verheiratet mit Gerda, Tochter Eva

Wohnort: Lech

Laufbahn: 1986 bis 1991 Trainer im Salzburger Landesverband

1991 bis 1997 Trainer Vorarlberger Skiverband

1997/98 Skilifte Lech, Abteilugnsleiter Veranstaltungen und Funsport

1998 bis 2001 Leiter des Projekts Ski-WM St. Anton mit den ÖSV-Slalomherren

2001 bis 2005 Trainer der ÖSV-Abfahrtsdamen

2005 bis 2009 Abfahrtstrainer Deutschland

2009 bis 2013 Trainer der ÖSV-Herren-Verbindungsgruppe und Herren-Europacup