Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Aus Fehlern lernen

Sport / 27.03.2013 • 22:06 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der erste Blick in die Bücher beim FC Lustenau 1907 verhieß nichts Gutes. Ein Sparbuchkonto für den Nachwuchs in Höhe von 13.000 Euro, kaum Belege, keine Rechnungen, aber über 80 Gläubiger – der Start war kein einfacher für den als Masseverwalter eingesetzten Dr. Klaus Grubhofer. Doch der fußballaffine Anwalt aus Dornbirn arbeitete sich mit derselben Energie in die Materie ein, wie es Trainer Daniel Madlener Woche für Woche in sportlicher Hinsicht tut. Deshalb zeichnet sich, acht Tage nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens, ein positiver Bescheid ab. Positiv für die Gläubiger und für die Bundesliga. Vieles spricht dafür, dass es grünes Licht für den FCL gibt, die Erste-Liga-Saison ordnungsgemäß zu Ende zu spielen.

Ein Ergebnis, das sicherlich nicht alle befriedigen wird, aber das sowohl für den Sport als auch für die vielen kleinen Lieferanten des Klubs das beste ist. Damit scheinen ein sportlich fairer Meisterschaftsbetrieb sowie eine Mindestquote für die Gläubiger gesichert.

Dennoch müssen einige Dinge hinterfragt werden: die Alleinherrschaft von Klub-Präsident Mag. Dieter Sperger ebenso wie das Lizenzierungsverfahren der Bundesliga. Zumindest in Sachen monatlicher Aufsichtspflicht müssen sich die Liga-Verantwortlichen den Vorwurf gefallen lassen, die Augen zugemacht zu haben. Denn bei einem Klub, dessen Spieler über Monate hinweg aufgrund offener Lohnforderungen die Gewerkschaft anrufen, muss einiges im Argen liegen. Einfach nur wegschauen, hilft niemanden.

christian.adam@vn.vol.at, 05572/501-211