Startschuss für die Abschiedstour

Sport / 28.03.2013 • 19:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Dirndl-Trikot des Vorjahrs verwendet Caroline Weber nur noch bei Show-Auftritten. Foto: GEPA
Das Dirndl-Trikot des Vorjahrs verwendet Caroline Weber nur noch bei Show-Auftritten. Foto: GEPA

Caroline Weber bestreitet acht Wochen vor der Heim-EM ihren ersten Wettkampf 2013.

Rhythmische Gymnastik. In zwei Monaten beendet eine der erfolgreichsten Sportlerinnen Vorarlbergs ihre aktive Karriere. Doch an die Zeit nach ihrem letzten Wettkampf, den Europameisterschaften vom 31. Mai bis 2. Juni in Wien, will Caroline Weber noch nicht zu viel Gedanken verschwenden. Vielmehr richtet Österreichs Parade-Gymnastin den Fokus in den nächsten Wochen darauf, ihre erfolgreiche Laufbahn in gewohnt souveräner Manier zu beenden. Weber: „Ehrlich gesagt versuche ich auch die Gedanken an die Zeit danach etwas zu verdrängen. Die täglichen, oft bis zu sechs Stunden dauernden Trainingseinheiten und die zusätzliche Belastung im Studium lassen mir zum Glück auch wenig Möglichkeit, mich mit der Zeit danach zu beschäftigen.“

Testlauf für die Heim-EM

Am Wochenende startet die mit 55 Staatsmeistertiteln nationale Rekordhalterin in Thiais ihre Abschiedstour. Mit dem Grand-Prix-Turnier in der Nähe von Paris verbindet Weber auch Erinnerungen an ihre ersten internationalen Auftritte. „Als 15-Jährige habe ich in Thiais einen meiner ersten internationalen Wettkämpfe bestritten. Bis auf zwei Französinnen und mich waren nur Top-Athletinnen aus Russland und dem Ostblock am Start und ich bin Letzte geworden. Ich kann mich an keinen anderen internationalen Wettkampf erinnern, bei dem dies noch einmal so war. Schon alleine deshalb wollte ich bei meiner Abschiedstour noch einmal in Thiais an den Start gehen.“

Der Wettkampf in Frankreich ist zugleich der Testlauf, wie die neuen Übungen bei den Wertungsrichterinnen ankommen. Die seit Jahresbeginn geltenden Bewertungskriterien bezeichnet Weber als Vorteil: Es wird mehr Wert auf den Ausdruck und die Musikalität gelegt, die technischen Schwierigkeiten rücken etwas in den Hintergrund. „Das kommt meinem Naturell mehr entgegen, im Training haben die Übungen bereits recht gut geklappt.“

So wie bei den Sommerspielen im August des letzten Jahres in London mit dem ­Radetzkymarsch hat die zweifache Olympia-Starterin für ihre Band-Kür mit den Klängen der Operette „Wiener Blut“ von Johann Strauss Sohn wieder ein Musikstück ausgewählt, das die Verbundenheit mit ihrer Heimat ausdrücken soll. Zur Ball-Darbietung wird die zehnfache EM-Starterin zu George Gershwins „Rhapsody in Blue“ tanzen, und bei ihrer Reifen-Kür zu „Smooth Criminal“ von Michael Jackson. Letzteres ist möglich, da heuer erstmals bei einem Gerät ein Musikstück mit Gesang zugelassen ist. Unverändert nur die spanische Gitarrenmusik von Joaquin Cortes bei der Keulen-Übung. „Im Vorjahr hat den Wertungsrichterinnen mein Dirndl-Trikot nicht so gefallen. Ich bin echt gespannt, wie das Urteil zu meiner Musik und den Trikots heuer ausfällt.“

Ich bin echt gespannt darauf, wie meine Übungen bei den Wertungsrichterinnen ankommen.

Caroline Weber

Gymnastik

Die Musikstücke bei den vier Kürprogrammen von Caroline Weber 2013

Reifen* Michael Jackson

„Smooth Criminal“

Ball* George Gershwin

„Rhapsody in Blue“

Keulen Joaquin Cortes

„Flamenco Amazing Dance“

Band* Johann Strauss Sohn

„Wiener Blut“

Erklärung: * neu gegenüber der Saison 2012

Die Wettkämpfe von Caroline Weber
bis zur EM in Wien

30./31. März Grand Prix Thiais (FRA)

25. bis 27. April Weltcup Pesaro (ITA)

4./5. Mai Weltcup Sofia (BUL)

31. Mai bis 2. Juni EM in Wien