Rückkehr der Doping-Dämonen

Sport / 29.03.2013 • 21:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf der Dopingliste: Alex Rodriguez. Foto: ap
Auf der Dopingliste: Alex Rodriguez. Foto: ap

Neue Saison, alte Sorgen: Die Major League Baseball hat mal wieder einen Doping-Skandal.

baseball Die Doping-Dämonen sind zurück. Der Blick sollte in der Major League Baseball (MLB) eigentlich nach vorne gehen – auf die am Sonntag beginnende neue Saison. Doch vor dem Eröffnungsspiel zwischen den Houston Astros und den Texas Rangers schwebt einmal mehr das Thema illegale Substanzen wie ein Damoklesschwert über den Ballparks.

Ende Jänner hatte die „Miami New Times“ einen Dopingsumpf in Südflorida ausgemacht, den die Liga bis heute nur ansatzweise trockenlegen konnte. Mehrere Dutzend Spieler hatten sich in der Anti-Aging-Klinik Biogenesis von Anthony Bosch in Miami mit Dopingmitteln wie dem Wachstumshormon HGH eingedeckt. Das ging aus einer Kundenliste hervor, die ein Ex-Mitarbeiter dem Wochenmagazin übergeben hatte.

Superstars als Kunden

Die bekanntesten Namen: die Superstars Alex Rodriguez (New York Yankees), Ryan Braun (Milwaukee), Nelson Cruz (Texas), Bartolo Colon ­(Oakland), Melky ­Cabrera (San Francisco/ jetzt Toronto) und Yasmani Grandal (San Diego). Letztere drei waren in der Vorsaison bereits wegen erhöhter Testosteron-Werte jeweils für 50 Spiele gesperrt worden.

Rodriguez ließ umgehend verlauten, dass er kein Patient von Bosch gewesen und weder von ihm behandelt noch beraten worden sei. Doch der Third Baseman und MLB-Topverdiener (28 Mill. Dollar Jahresgehalt) hatte schon in der Vergangenheit vehement Dopingmissbrauch geleugnet, ehe er vor vier Jahren zugab, während seiner Zeit bei den Texas Rangers von 2001 bis 2003 illegale Substanzen genommen zu haben.

Der erneute Doping-Skandal trifft die Liga in einer Zeit, in der man sich auf einem neuen Weg im Kampf gegen verbotene Mittel wähnte. Zu Jahresbeginn hatten sich MLB und Spielergewerkschaft auf die Einführung von Bluttests auf HGH während der Saison geeinigt – zuvor gab es lediglich Kontrollen in der Saisonpause oder -Vorbereitung. Liga-Commissioner Bud Selig sprach von „einem großartigen Tag für Baseball“. Und es passte, dass kurz zuvor die einstigen Superstars Roger Clemens, Barry Bonds und Sammy Sosa aufgrund ihrer Doping-Vergangenheit vorerst nicht in die Hall of Fame aufgenommen wurden.

Jede Menge Kopfschmerzen

Doch mittlerweile sind zwei Monate ergebnislos verstrichen, trotz der angeblich umfassenden Untersuchungen seitens der Liga. „Die wollen gar nicht wirklich die Doper jagen, denn das würde nur schlechte Nachrichten hervorbringen“, sagte Don Catlin, einer der führenden Anti-Doping-Experten der USA, der das Metier seit fast 30 Jahren kennt. „Wenn einer deiner großen Stars erwischt wird, bedeutet das für die Liga nur jede Menge Kopfschmerzen“, betonte der 74-Jährige.