Vettel hat Kanada abgehakt

Sport / 09.06.2013 • 23:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Saisonsieg Nummer drei für Sebastian Vettel – und der Weltmeister aus dem Red-Bull-Team hat erstmals in Montreal gewonnen. Foto: ap
Saisonsieg Nummer drei für Sebastian Vettel – und der Weltmeister aus dem Red-Bull-Team hat erstmals in Montreal gewonnen. Foto: ap

Erster Sieg beim Kanada-Grand-Prix in Montreal für den Weltmeister.

formel 1. Die schwarze Serie in Montreal war beendet, und Sebastian Vettels erster Dank galt dem Auto: Behutsam streichelte der Weltmeister seinen Red Bull, bevor er seinem Renningenieur jubelnd in die Arme sprang. Über 70 Runden hatte der Bolide den dreimaligen Champion zum souveränen Start-Ziel-Sieg beim Großen Preis von Kanada getragen – es war Vettels erster Erfolg auf dem Circuit Villeneuve im fünften Anlauf.

„Endlich können wir einen Haken hinter das Rennen machen“, sagte der strahlende Heppenheimer bei der Siegerehrung: „Es hatte hier bisher nie geklappt, das ist jetzt ein tolles Gefühl, denn es ist eines der schönsten Rennen im ganzen Jahr. Großartiges Rennen, großartige Arbeit des Teams.“

Die Stones als Belohnung

Zur Belohnung gab es am Abend einen Besuch beim Konzert der Rolling Stones, ehe es heute weiter nach Detroit geht. Durch den Triumph vor Fernando Alonso im Ferrari und Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton baute Vettel seine WM-Führung weiter aus. Alonso, der vom sechsten Platz aufs Podest vorfuhr, ist wieder erster Verfolger, hat aber nun bereits 36 Punkte Rückstand auf Vettel (96:132).„Sebastian war heute nicht zu packen“, sagte Dauerrivale Alonso anerkennend. „Aber das war trotzdem ein gutes Rennen für uns, wir bleiben in Schlagdistanz.“ Monaco-Sieger Nico Rosberg hatte an einem für Mercedes wegen der Reifen-Affäre ohnehin ungemütlichen Wochenende erneut mit seinen Pneus zu kämpfen, belegte aber immerhin den fünften Rang hinter Vettels Teamkollege Mark Webber. Der bisherige WM-Zweite Kimi Räikkönen, nur von Platz zehn gestartet, hatte früh einige Problemen mit seinem Lotus und kassierte mit Platz neun einen Dämpfer.

Vettel kam zum Start bestens weg, dahinter machte auch Rosberg vom vierten Platz gleich eine Position gut und zog an Valtteri Bottas vorbei. Der Rookie hatte im Regen-Qualifying völlig überraschend Platz drei belegt, doch in seinem unterlegenen Williams sah er im Rennen kein Land. Auch Webber und Alonso überholten ihn schon in der ersten Runde.

Vettel baute seinen Vorsprung an der Spitze schnell aus. „Ich wusste nicht, wie lange die Reifen halten, deshalb habe ich gleich Gas gegeben, um einen Vorsprung herauszufahren“, sagte Vettel.„Das hat sehr gut geklappt.“ Einen Schreckmoment musste er lediglich überstehen, als er bei sicherer Führung die Bande touchierte. „Da bin ich einmal kurz eingeschlafen“, sagte Vettel lachend, der Red Bull blieb unbeschädigt.

Nach 16 Runden ging der Champion an die Box, Hamilton übernahm vorübergehend die Führung. Drei Runden später musste jedoch auch der Brite zum Reifenwechsel, vor Rosberg, Webber und Alonso kam er zurück. Und dieses Trio sorgte in der Folge zunächst für die meiste Spannung.

Alonso fuhr nach vorne

In diesem Kampf holte Rosberg das alte Mercedes-Leiden wieder ein: Die Reifen bauten rasant ab, er wehrte sich heftig, doch zur Rennhälfte gingen Webber und Alonso vorbei. Hamilton hatte derartige Probleme nicht, der Ex-Weltmeister hielt sich zunächst auf Rang zwei, auch wenn Vettel bereits auf über 18 Sekunden davongezogen war.

Dahinter kassierte Alonso nach einem engen Duell bald auch Webber und setzte in der Folge Hamilton unter Druck. Mit DRS-Hilfe ging er wenige Runden vor Schluss problemlos am Silberpfeil vorbei. An der Spitze hatte Vettel auch seinen letzten Stopp ohne Probleme absolviert und fuhr den Sieg anschließend ungefährdet ins Ziel.