Türe zur EM steht ganz weit offen

Sport / 10.06.2013 • 20:17 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
SC-Magdeburg-Legionär Robert Weber belegte mit 168 Treffern (Schnitt 5,09 pro Spiel) den zehnten Rang in der Torschützenliste der 1. Deutschen Bundesliga. Foto: Ferrari
SC-Magdeburg-Legionär Robert Weber belegte mit 168 Treffern (Schnitt 5,09 pro Spiel) den zehnten Rang in der Torschützenliste der 1. Deutschen Bundesliga. Foto: Ferrari

ÖHB-Männerteam will in Bosnien Grundstein für Teilnahme an der Endrunde legen.

Handball. Die Qualifikationschancen des österreichischen Männerteams für die Europameisterschaft in Dänemark 2014 stehen denkbar gut. Mit einem Sieg im Auswärtsspiel in Bosnien könnte die Truppe von Patrekur Johannesson schon am Donnerstag (17 Uhr/live ORF Sport+) die Fahrkarte zur Endrunde im kommenden Jänner lösen.

Spannend wird es für Kapitän Viktor Szilagyi und Co. bereits morgen. Da empfängt Tabellenführer Russland die Serben, bei einem Heimsieg würde Rot-Weiß-Rot ein Erfolg beim Schlusslicht in Bosnien reichen. Punktet Serbien aber auswärts, muss neben dem Gewinn in Bosnien wohl auch im abschließenden Heimspiel gegen die Russen am Sonntag (19.15) in Innsbruck – 2700 von 3500 Tickets sind bereits abgesetzt – ein Erfolg her.

Denn Serbien, wieder mit Hard-Spielmacher Marko Krsmancic, ist mit fünf Zählern zwar punktgleich, hat aber im direkten Vergleich mit Österreich das Nachsehen. Selbst Russland (sechs Punkte) könnte theoretisch noch auf Rang drei zurückfallen. Die Top zwei sowie der Beste der sechs Gruppen-Dritten fahren zur EM. Dass das punkt­lose Bosnien keinerlei Chancen mehr hat, lässt Johannesson kalt. „Klar könnte ein Sieg reichen, jeder Spieler weiß das. Aber wir konzentrieren uns voll auf uns“, meinte er. „So dumm bin ich nicht, zu denken, die kommen locker und nehmen das nicht ernst. Da sind viele Junge dabei, die wollen sich vor Heimpublikum präsentieren.“ Tormann Thomas Bauer jedenfalls möchte „möglichst schnell den Deckel draufmachen. Wir wollen in Bosnien ohne Wenn und Aber gewinnen.“

Im Heim-Hinspiel im November des Vorjahres diktierte Österreich beim 35:24 das Geschehen nach Belieben, überrollte die Gäste gerade zu Beginn. Vergleiche seien aber nicht statthaft. „Das war eine andere Mannschaft, sie haben seit dem einiges geändert. Sie haben gegen Russland auswärts nur mit zwei Toren verloren und die vergangenen zwei Partien nicht so schlecht gespielt“, beschrieb Johannesson den Gegner als eine Mischung aus in Polen, Spanien und Frankreich engagierten Legionären und zahlreichen jungen Akteuren.

In erster Linie soll jedoch die Stärke der eigenen Mannschaft entscheiden, der Isländer glaubt an die Qualität seiner rot-weiß-roten Truppe: „Wenn wir mental stark genug sind, bestehen wir auch diese 60 Minuten und gewinnen das Spiel“, sagte Johannesson am Montag bei einer Pressekonferenz in Bad Tatzmannsdorf. „Ich habe eine sehr gute Mannschaft, die auch gegen Weltklasseteams bestehen kann, wie sie zuletzt gegen die Serben unter Beweis gestellt hat.“

Weber kam als Letzter

Österreich rückt mit sieben Deutschland-Legionären um Kapitän Viktor Szilagyi an, sie stießen erst am Sonntag nach Abschluss der letzten Meisterschaftsrunden der 1. und 2. Bundesliga zum ÖHB-Aufgebot. Mit Dominik Schmid von Meister Alpla HC Hard, den beiden Bregenzern Lucas Mayer und Marian Klopcic sowie Deutschland-Legionär Robert Weber stehen vier ­Vorarlberger im 20-Mann-Kader, der vor der Abreise noch um zwei Akteure reduziert wird.

Apropos Weber: Der 27-jährige Harder traf als letzter Spieler im Teamquartier in Bad Tatzmannsdorf ein. Der Magdeburg-Legionär, dessen letztes Ligaheimspiel am Samstag wegen der prekären Hochwassersituation abgesagt worden war, hatte noch alle Hände voll zu tun. „In unserer Straße war ich einer der Letzten, die das Haus verlassen haben. Mit meiner Frau Lisa musste ich vor der Abreise noch unser ganzes Hab und Gut in den ersten Stock bringen“, erklärte der Flügelspieler.

Wenn wir das abrufen, was wir können, sollten wir auch in Sarajewo beide Punkte holen.

Viktor Szilagyi

Handball

11. Männer-EM 2014 in Dänemark

Internet: www.eurohandball.com

» Qualifikation, Gruppe 7

Bosnien-Herzegowina – Österreich Donnerstag, 17.00 Uhr

Sarajewo, SR Opava/Balek (CZE)

Österreich – Russland Sonntag, 19.15 Uhr

Innsbruck, SR Gubica/ Milosevic (CRO)

Die weiteren Spieltermine

Russland – Serbien morgen, 18.00 Uhr

Serbien – Bosnien-Herzegowina Sonntag, 19.00 Uhr

Tabelle

1. Russland 4 3 0 1 125:106 + 17 6

2. Österreich 4 2 1 1 127:120 + 7 5

3. Serbien 4 2 1 1 112:111 + 1 5

4. Bosnien-Herzegowina 4 0 0 4 92:117 – 25 0

Bereits gespielt:

Österreich – Bosnien-Herzegowina 35:24, Serbien – Russland 30:29, Bosnien-Herzegowina – Serbien 21:24, Russland – Österreich 38:31, Österreich – Serbien 31:28, Bosnien-Herzegowina – Russland 23:32, Serbien – Österreich 30:30, Russland – Bosnien-Herzegowina 26:24