Ein Mini-Aufgebot fliegt nach Moskau

Sport / 07.08.2013 • 21:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Mini-Aufgebot fliegt nach Moskau

Österreich stellt bei der Leichtathletik-WM das kleinste Team aller Zeiten.

leichtathletik. Bei insgesamt vier internationalen Nachwuchs-Großereignissen waren 35 junge Athletinnen und Athleten aus Österreich im Einsatz – so viele wie nie zuvor. Der Aufschwung der heimischen Leichtathletik spiegelt sich allerdings nicht in der Teilnehmerzahl beim absoluten Saison-Höhepunkt, den Freiluft-Weltmeisterschaften der Elite von Samstag bis 18. August in Moskau wider. Sechs Athletinnen und Athleten hatten sich qualifiziert, aber nur Diskuswerfer Gerhard Mayer (33) und 1500-m-Läufer Andreas Vojta (24) treten die Reise nach Russland an.

Ein Quartett verzichtet

Der ÖLV stellt damit das kleinste Team bei Welttitelkämpfen aller Zeiten, Osaka 2007 mit nur drei war der bisherige Minusrekord. Ein Wurf ins Finale und ein Lauf ins Halbfinale sind die erklärten Ziele für 2013. Bei den Olympischen Spielen im Vorjahr in London war der ÖLV mit einer siebenköpfigen Mannschaft vertreten. Alle, die eine Norm erbracht hatten, waren dabei. „Olympia lässt sich niemand entgehen, da sind logischerweise auch die Marathonläufer mit dabei“, sagte Sportdirektor Hannes Gruber zur Austria Presse Agentur. Andrea Mayr konzentriert sich dieses Jahr aber erfolgreich auf den Berglauf, Günther Weidlinger plant für den Frankfurt-Marathon im Herbst – beide hatten Startberechtigungen für Moskau in der Tasche.

So auch Hürdensprinterin Beate Schrott und Siebenkämpferin Ivona Dadic. Besonders die verletzungsbedingte Absage von Schrott, EM-Vierte und Olympia-Achte des Vorjahres, schmerzt. „Ja, das ist wirklich schade. Wir waren alle der Meinung, dass sich Moskau ausgehen wird. Doch dann hat es im Training immer wieder gezupft. Die Gefahr, dass die Verletzung neu aufbricht, ist groß, da darf man kein Risiko eingehen“, sagte Gruber und sprach von einer „Vernunftsentscheidung“.

Dadic ist aufgrund einer Trainerentscheidung nicht mit dabei. Trotz guter Leistungen und Platz fünf bei der U-23-EM in Tampere mit 5874 Punkten entschied sich Toni Minichiello gegen die große WM. Die Zeit, gezielt zu trainieren, sei zu kurz. „Der Plan ist jetzt, einen Siebenkampf im Herbst zu bestreiten und 6000 Punkte zu erzielen. Ich persönlich finde, sie wäre WM-tauglich gewesen, aber die Entscheidung des Trainers ist für uns bindend, er steht auch für Erfolg und Misserfolg gerade“, so Gruber.

Finalchancen leben

Mayer erreichte heuer Ende Mai in Hainfeld mit 65,16 m die zweitbeste Leistung seiner Karriere. Der WM-Achte von 2009 in Berlin und EM-Achte von 2012 in Helsinki hat nach früher Limiterbringung Reisestress vermieden und daheim eine gezielte Vorbereitung auf Moskau gemacht. „Wenn ihm von drei Würfen ein guter Wurf gelingt, hat er eine Finalchance. Mit 63,50 m ist er mit dabei“, rechnete Gruber vor. Vojta feierte den ersten Medaillengewinn seiner Karriere auf einer Unterdistanz, er gewann bei der Universiade in Kasan die Bronzemedaille über 800 m. „Die Bronzemedaille war ein Riesenplus, nun kann er gestärkt zur WM fahren“, weiß Gruber. Der 24-jährige Niederösterreicher vom team2012.at steigerte seine persönliche Bestleistung über 1500 m auf 3:36,36 Minuten, auch auf Unter- und Überdistanzen machte er deutliche Schritte nach vorn.

Das Finale der Top 12 im Visier: Gerhard Mayer. Foto: gepa
Das Finale der Top 12 im Visier: Gerhard Mayer. Foto: gepa
Andreas Vojta: Der Vorlauf wird wichtig. Foto: gepa
Andreas Vojta: Der Vorlauf wird wichtig. Foto: gepa