Präsidiale Worte als letzter Ausweg

Sport / 07.08.2013 • 22:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Musste zuletzt bei den Spielen einigermaßen leiden: Austria-Trainer Helgi Kolvidsson.Foto: gepa
Musste zuletzt bei den Spielen einigermaßen leiden: Austria-Trainer Helgi Kolvidsson.
Foto: gepa

Nach gestriger Teamsitzung: Horn-Spiel für Austria-Trainer Kolvidsson entscheidend.

Fußball. Hubert Nagel spürt die Verunsicherung – bei seinen Spielern, aber nun auch bei seinem Trainer. Nicht zum ersten Mal erschien der Präsident gestern in der Kabine. Deutliche Worte waren gefragt, sowohl seitens des Klubchefs als auch der zuvor Angesprochenen. Eine konkrete Aussage bezüglich Helgi Kolvidsson wollte sich Nagel danach nicht entlocken lassen. Und schon gar nicht wollte er von einem Ultimatum sprechen. „Ich hoffe, wir kommen da zusammen raus“, sagte Nagel und machte dann doch deutlich, dass eine erneute Vorstellung wie in Halbzeit eins gegen die Vienna für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Trainer nicht förderlich wäre. „Noch so ein Spiel, dann wäre es wirklich schwierig“, so der Klubchef. Und Nagel wäre nicht er selbst, würde er der jetzigen Situation nicht auch etwas Positives abgewinnen. „Unsere Fans sind einfach unglaublich. Klar gab es Pfiffe, aber ihre Unterstützung war auch sofort da, als die Mannschaft versucht hat, Druck zu machen.“ Daraus, so Nagel, sollen sich die Spieler Kraft holen für die kommende Aufgaben. „Der Verein ist intakt, jetzt brauchen wir im sportlichen Bereich einen Impuls. Ich hoffe schwer, dass es diesen vom Trainer gibt“, so Nagel.

Bei Kolvidsson kreisen die Gedanken derzeit aber nicht um seine Zukunft als Trainer, sondern einzig und allein um die Mannschaft. Unverständlich bleibt für den Isländer aber die Tatsache, dass der von ihm geforderte Einsatz nicht ab der ersten, sondern erst ab der 46. Minute zu sehen und zu spüren war. Deshalb ist es für ihn selbstverständlich, dass sich auch ein Trainer in einer solchen Situation hinterfragt. Und Kolvidsson weiß: „Der Einzige, der hier unter Druck steht, bin ich.“ Er, der jedes Spiel gewinnen will, spürt nun mehr denn je den Druck des Siegenmüssens. „Ich werde deshalb nicht alles umkrempeln“, will der 41-Jährige sich deshalb aber nicht von seinem Weg abbringen lassen. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Wal Fall (Bänderanriss am rechten Sprunggelenk) muss er im Hinblick auf das Horn-Heimspiel am Freitag (18.30 Uhr) in personeller Hinsicht aber zumindest auf einer Position reagieren.

Verteidigt wird von Kolvidsson die von ihm zuletzt gegen die Vienna gewählte defensive Ausrichtung. Aus seiner Sicht ist das der Schlüssel, um auf die Erfolgsstraße zurückzukehren. „Nur mit Schönspielen wird das nichts. In solchen Situationen muss man bereit sein, manchmal auch rustikaler zu spielen.“ Alles Dinge, die gestern bei der Sitzung der Mannschaft mit dem Trainerteam und dem Präsidenten angesprochen wurden.

Die Spieler sind selbstkritisch, die Frage ist nur, ob das reicht.

Hubert nagel