Eine besondere Rückkehr

Sport / 09.08.2013 • 21:47 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Zwei Ex-Altacher in Grödig: Trainer Adi Hütter (l.) und Tomi. Foto: gepa
Zwei Ex-Altacher in Grödig: Trainer Adi Hütter (l.) und Tomi. Foto: gepa

Salzburg, erst die Aus­tria, dann Red Bull, ist für Altachs Hütter sportlich die zweite Heimat.

Fussball. Als Trainer von Grödig kehrt Adi Hütter heute in sein „Wohnzimmer“ zurück. Und er freut sich auf das erste Salzburger Oberhaus-Derby seit dem 3. Juni 1972 (Bischofs­hofen – Austria Salzburg/2:2).

Ist ein wenig Stolz dabei, als Trainer des Aufsteigers im Spitzenduell auf der Trainerbank in der Red Bull Arena zu sitzen? Immerhin spielten Sie ja selbst für den Klub und waren auch Trainer der Juniors.

Adi Hütter: Ich würde es absolute Freude nennen. Immerhin ist es das erste Oberhaus-Derby seit 41 Jahren. Eine solche Konstellation war zu Saisonbeginn ja nicht zu erwarten. Für mich als Coach ist es natürlich ein lässiges Gefühl. Wobei die Grundvoraussetzungen unterschiedlicher nicht sein könnten.

Andererseits waren Sie doch mit einer gewissen Erwartungshaltung in die Saison gestartet?

Hütter: Unsere größte Erwartungshaltung hatte mit der Frage zu tun, wie lange wir als Mannschaft, wie lange die einzelnen Spieler brauchen, um sich in der Liga zu akklimatisieren. Das war auch für mich als Trainer die größte Herausforderung. Die ersten Runden haben gezeigt: Wir hätten gegen Ried auch gewinnen, wie auch in Graz verlieren können. Fakt ist, dass wir sieben Punkte auf dem Konto haben, noch ohne Gegentor aus dem Spiel heraus sind und Saison-übergreifend nun schon 13 Matches ohne Niederlage sind.

Worauf führen Sie diese doch einigermaßen überraschende Entwicklung in Grödig zurück?

Hütter: In erster Linie auf die Kader-Zusammenstellung, dann natürlich auch auf den Bonus und die Euphorie eines Aufsteigers. Wir haben uns gründlich auf die Saison vorbereitet, haben unseren Spielstil gewechselt. Ich habe bewusst in die Spielanlage eingegriffen: Wir versuchen noch mehr Balleroberung in der gegnerischen Hälfte. Das funktioniert schon ganz gut, auch wenn es sicher Rückschläge geben wird. Es hat sich auch gezeigt, dass wir physisch in einem guten Zustand sind. Das zeigt die Statistik, haben wir 2013 doch 24 Treffer in den letzten zehn bis 15 Minuten erzielt.

Was ist Ihnen als Trainer wichtig?

Hütter: Ich möchte, dass der SV Grödig ein Gesicht hat, dass wir eine uns eigene Mentalität entwickeln. Das beinhaltet auch eine Freude am Spiel. Bei den Neuverpflichtungen haben wir deshalb nicht nur auf individuelle Qualität, sondern vor allem auch auf Schnelligkeit bei den Spielern geachtet. Huspek, Elsneg, Zulechner oder Boller sind sehr schnelle Fußballer. Der Fußball insgesamt ist schnörkelloser geworden. Es ist nicht so wichtig, dass du viel Ballbesitz hat, sondern was du daraus machst. Da ist Schnelligkeit gefragt.

Zuletzt haben Sie das Spiel Liefering gegen Altach gesehen. Wie war Ihr Eindruck?

Hütter: Darüber rede ich nicht. Ich schaue praktisch jedes Spiel von Liefering an und sehe damit alle Mannschaften der Erste Liga. Das ist ja der Bereich, aus dem wir Spieler „fischen“. Grödig soll ein Sprungbrett für junge Spieler sein.

Wie schauen Ihre Ziel aus?

Hütter: Ich will unser Spiel verbessern, will, dass wir uns als Mannschaft ständig weiterentwickeln. Natürlich wäre es ein Traum, in der Tabelle weiter vorne dabei zu sein. Wir können uns aber ganz gut einschätzen. Die Punkte, die wir gesammelt haben, nimmt uns niemand mehr.

Also keine Gedanken an weitere Rekorde?

Hütter (schmunzelt): Ich habe hier ja schon zwei historische Dinge erlebt: Der erste Bundesliga-Sieg (Anm. d. Red.: 2:0 bei Sturm), dann das 7:1 nach 0:1 gegen die Admira.

Eingezwickt zwischen Red Bull und Rapid – so lässt es sich leben.

Adi Hütter