Für Klien wird es immer düsterer

Sport / 11.08.2013 • 20:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorerst gibt es keinen weiteren Renneinsatz in der AutoGP-Serie für Christian Klien. Foto: ROMANO POLI
Vorerst gibt es keinen weiteren Renneinsatz in der AutoGP-Serie für Christian Klien. Foto: ROMANO POLI

Zele-Racing kann vorerst keinen weiteren Gaststart in der Auto­GP-Serie stemmen.

motorsport. Vor vier Wochen bestritt Christian Klien zwei Gaststarts beim Kärntner Zele-Racing-Team in der AutoGP-World-Series in Mugello. Beide Seiten sprachen damals von einer möglichen weiteren Zusammenarbeit. Am kommenden Wochenende findet – im Rahmenprogramm zum DTM-Lauf – auf dem Nürburgring der nächste AutoGP-Saisonlauf statt, doch wie es scheint ohne den Ex-Formel-1-Piloten und vermutlich sogar ohne das Zele-Racing-Team.

60.000 Euro pro Einsatz

Die Rechnung ist einfach: Da Christian Klien kein Bezahlfahrer ist, hätte Zele die Sponsorengelder auftreiben sollen. Teammanager Harry Miltner war nach Mugello euphorisch, Geld aufzutreiben. Doch mitten im Sommer von einem Investor Geld loszueisen, ist ungefähr so schwer, wie Schnee in der Sahara zu finden. Fakt ist, das Zele pro AutoGP-Einsatz pro Auto 60.000 Euro kalkulieren muss. Teamchef Michael Zele: „Für das Nürburgring-Rennen haben wir bislang keinen Investor gefunden. Wenn heute oder spätestens morgen kein Wunder geschieht, werden wir in der Eifel nicht am Start sein, da auch unser zweiter Pilot von Mugello, der Ungar Pal Kiss, finanziell schwach auf der Brust ist. Für Christian Klien tut es mir besonders leid, denn die Zusammenarbeit war sehr angenehm.“

Lenkkräfte unterschätzt

Selbst wenn es mit der Finanzierung in letzter Minute noch klappen sollte, dürfte Klien dankend ablehnen, denn er hätte dringend einen Testtag benötigt, weil er die brutalen Lenkkräfte der AutoGP-Boliden (keine Servolenkung) unterschätzt hat und deshalb in Mugello nur Achter und Neunter wurde. Michael Zele: „Mindestens ein Testtag wäre nötig gewesen. Schließlich möchte Christian ja eine gute Performance abgeben.“ Johannes Klien: „Es ist im Moment für viele Rennteams bis hinauf zur Formel 1 äußerst schwierig, die Finanzierung des Rennbetriebs aufrecht zu erhalten. Da bleibt eben oft wenig Spielraum, sich die gewünschten Fahrer ins Team zu holen.“

Vater Johannes Klien geht dennoch davon aus, „dass Christian heuer weitere Rennen bestreitet“. Viele Rennserien, die Christians Ansprüchen gerecht werden, gibt es allerdings nicht mehr. Nach wie vor ist im Herbst in der australischen V8-Supercars-Serie ein Engagement als zweiter Fahrer bei den beiden Langstreckenrennen von Sandown und Bathurst (bei Erebus oder wie schon im Vorjahr bei Walkinshaw-Racing) eine realistische Option. Beide Teams haben bislang den Pilot zwei noch nicht bestätigt. Sollte es auch dort nicht klappen, dürfte es für Christian Klien – zumindest für heuer – nach je einem Gaststart in der australischen GT-Meisterschaft, der deutschen Tourenwagen-Challenge, der Superstars-International-Series

und der AutoGP-World-Series – für den Rest des Rennjahres 2013 zappenduster ausschauen.

Es tut mir leid für Christian, die Zusammenarbeit war angenehm.

MICHAEL ZELE