Kontinuität als Erfolgsrezept

Sport / 13.08.2013 • 20:41 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Noch nicht ganz synchron, doch heute wollen David Alaba (l.) und Marko Arnautovic wieder zusammen „geigen“. Foto: gepa
Noch nicht ganz synchron, doch heute wollen David Alaba (l.) und Marko Arnautovic wieder zusammen „geigen“. Foto: gepa

ÖFB-Teamchef Marcel Koller vertraut heute (20.30 Uhr) gegen Griechenland auf ihm vertraute Spieler.

Fußball. Experimente sind nicht mehr gefragt, zumindest nicht, wenn es nach Marcel Koller geht. Der Schweizer möchte seinem Team vor den anstehenden Aufgaben im „heißen Herbst“ den Feinschliff verpassen. Deshalb dürfte heute im Test gegen Griechenland die ÖFB-Anfangsformation wohl mit jener vom 2:1 gegen Schweden im Juni ident sein. Mit einer Ausnahme: Für den verletzten Marc Janko, der bis zum September-Doppel gegen Deutschland und Irland wieder fit werden soll, wird Andreas Weimann stürmen. Yasin Pehlivan steht wegen eines grippalen Infekts nicht zur Verfügung, der wohl ebenso nur als Ersatzspieler vorgesehene Guido Burgstaller ist wegen Fußpro­blemen fraglich.

Zusätzliche Meter

Mit dem Festhalten an seiner Stammformation reagiert der Schweizer auch auf die Erfahrung aus den jüngsten Testspielen gegen Wales (1:2) und die Elfenbeinküste (0:3) – die damals vorgenommenen personellen Änderungen hatten nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Somit wird wohl auch Ramazan Özcan (29) weiter auf sein zweites Länderspiel im Tor des ÖFB-Teams warten müssen. „Wir hatten in diesen Spielen unsere Tiefs, aber wir haben uns weiterentwickelt und es ist zu spüren, dass sich diese Mannschaft immer weiterentwickeln will. Das ist wichtig, weil wir noch nicht am Ende angelangt sind“, begründet Koller seine Entscheidung.

Vor allem Torhüter Robert Almer spürte schon in der Vergangenheit das Vertrauen des Teamchefs. Selbst in seiner Zeit als Reservist in Düsseldorf vertraute Koller stets auf den Steirer, was dessen Klubsuche im Sommer wohl erleichtert hat. „Es war in der Phase des Vereinswechsels schon von Vorteil. Ich habe gegen Schweden eine gute Leistung geboten, aber der Kontakt zu Cottbus war schon vorher da, und dann ist es relativ schnell gegangen“, so der 29-Jährige. Beim deutschen Zweitligisten ist Almer unumstrittene Nummer eins. „Es ist schon einfacher, wenn man regelmäßig zum Einsatz kommt“, gab ­Österreichs Einsergoalie zu.

Mehr Ruhe in Sturm- und Drangphasen des Gegners fordert der Teamchef, und nimmt dabei vor allem die älteren Spieler in die Pflicht. Zumal er eine organisierte griechische Mannschaft erwartet, die ihr Spiel auf schnelle Gegenstöße ausrichtet. Von seinen Kickern erwartet sich Koller den nächsten Schritt im Entwicklungsprozess. „Wir müssen unser Spiel durchziehen und in der Defensive organisiert sein. Wichtig wird gegen die Griechen und auch in den nächsten Spielen sein, dass wir bereit sind, in der Defensive zu arbeiten und lieber zusätzliche Meter gehen, als zu spekulieren“, so der 52-Jährige.

Im Gegensatz zu Koller ist der griechische Teamchef Fernando Santos wegen des Fehlens von vier Stammspielern zu dem einen oder anderen Experiment gezwungen. „Ich bin schon gespannt, was mein Kollege testen will“, weckt dieses Situation das Interesse von Koller. Zugleich aber betont er: „Wir müssen ohnehin auf uns schauen.“ Deutlich weniger Probleme als so mancher Klubtrainer hat Koller mit Marko Arnautovic. „Vielleicht liegt es daran, dass ich ihn nicht jeden Tag bei mir habe“, schmunzelte der Coach.

Bereit für sein zweites Länderspiel von Beginn an ist auch Weimann. Wohl auch, weil er in der Hierarchie bei seinem Klub Aston Villa aufgestiegen ist. Äußerliches Zeichen ist die Nummer zehn für den 22-Jährigen in Birmingham. „Mein Kotrainer hat mich gefragt, ob ich diese Nummer will – da konnte ich nicht Nein sagen. Es ist eine riesige Ehre, auch wenn es nicht wirklich einen Unterschied ausmacht, welche Nummer ich habe“, betonte Weimann.

Er ist jedenfalls nicht zusammengeschrumpft, und Übergewicht hat er auch keines.

Koller über Arnautovic

Jetzt wäre es schön, wenn mir mein erstes Tor gelingen würde.

Andreas Weimann