Ein eiskalter Schuss vor den Bug

Sport / 14.08.2013 • 22:23 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Kampf um den Ball ist erbittert, Zlatko Junuzovic (l.) hat gegen Vassilis Torosidis das Nachsehen. Foto: gepa
Der Kampf um den Ball ist erbittert, Zlatko Junuzovic (l.) hat gegen Vassilis Torosidis das Nachsehen. Foto: gepa

Harmlose ÖFB-Mannschaft kassierte eine 0:2-Heimniederlage gegen Griechenland.

Fussball. Kein Selbstvertrauen getankt, dafür einen Schuss vor den Bug bekommen: Nach einer schwachen Leistung verlor Österreich gegen Griechenland verdient mit 0:2.

Einspielen war angesagt, einspielen für den heißen Quali-Herbst. Deshalb setzte der Teamchef auf Konstanz, sowohl in Sachen Personal als auch in taktischer Hinsicht. Doch dann taten sich seine Schützlinge schwer, gegen die körperlich starken Griechen ihr Kombinationsspiel aufzuziehen. Zu selten wurde direkt gespielt, kaum einmal lief der Ball über die Flanken. Auch Wechselbälle sah man selten – und wenn man überhaupt Gefahr ausstrahlte, dann nur über David Alaba und Zlatko Junuzovic. Und bei Standards. Doch das ÖFB-Team ließ drei gute Freistoß-Möglichkeiten in der Startphase aus. Beim ersten Versuch war es Junuzovic, der von halblinker Position einen Griechen aus der Mauer schoss (7.), dann scheiterte Marko Arnautovic (14.) an der hellenischen Menschenmauer. Erst Alaba brachte den Ball auf das Tor (18.), und das auch noch gefährlich, denn Torhüter Orestis Karnezis musste sich gehörig strecken, um das Leder an den Pfosten zu lenken.

Viel mehr aber war vom rot-weiß-roten Team vor der Pause nicht zu sehen. Zu sehr wurde das Spiel in die Breite aufgebaut und vorne kam England-Legionär Andreas Weimann nicht zur Geltung – weil kaum einmal ein Ball in die Tiefe gespielt wurde. Dies wurde schließlich von den Gästen vorexerziert: Kapitän Kostas Katsouranis lancierte einen scharfen Pass durch die Mitte, genau in die Schnittstelle zwischen Emanuel Pogatetz und Aleksandar Dragovic. Stürmer Kostaas Mitroglu war der Nutznießer des Missverständnisses, setzte sich gegen Pogatetz durch und schob den Ball vorbei an Robert Almer ins Tor (39.). Zuvor hatte Österreichs Torhüter nur einen Ball der Griechen nach einer Ecke (35.) halten müssen.

Dreifache Reaktion

Zur Pause reagierte Marcel Koller auf die Fehler und den müden Spielaufbau seines Teams. Mit Sebastian Prödl, Andreas Ivanschitz und Christoph Leitgeb schickte er gleich drei neue Leute auf das Feld. Am Spiel der Österreicher änderte sich vorerst aber nichts. Junuzovic und Co. kontrollierten weiter das Geschehen, ohne dabei die ganz große Möglichkeit zu kreieren. Weil man sich – bis auf den Bremer Spielmacher – zu wenig zutraute und zu wenig den Abschluss suchte. Und so blieben Schüsse von Junuzovic (51.), der nur den am Boden liegenden Ivanschitz traf sowie von Arnautovic (57.), der an Karnezis scheiterte die magere Ausbeute.

Schlimmer noch als die ­eigene Unfähigkeit in der Offensive waren die Lücken in der Abwehr bei den wenigen Kontern der Gäste. Eine solche nutzte Mitroglou zu seinem zweiten Treffer. Jose Holebas hatte an der Strafraumgrenze kurz aufgespielt und der 25-Jährige jagte den Ball ins lange Eck (67.).

Schwächen aufgedeckt

Die schnörkellos spielenden Griechen deckten die Schwächen der ÖFB-Elf schonungslos auf – nicht nur bei den ­beiden Gegentreffern, sondern auch bei einem Querlattenschuss von Alexandros Tziolis (72.) und einem Lattenpendler von Jose Holebas (86.). Was ein „Sommermärchen“ werden sollte, wurde ein verpatzter Test. Dazu die Erkenntnis, dass Österreich nur als Team funktioniert, wenn ein Alaba in Form ist. Und von einer solchen war der Bayern-Spieler gestern weit weg.

Fußball, ÖFB-Länderspiel

Österreich – Griechenland 0:2 (0:1)

Salzburg, Red Bull Arena, 23.400 Zuschauer, SR Richard Trutz (Svk)

Torfolge: 31. 0:1 Mitroglu, 67. 0:2 Mitroglou

Gelbe Karten: 19. Papastathopoulos, 80. Mitroglou (beide Griechenland/jeweils Foulspiel), 83. Vyntra (Griechenland/Unsportlichkeit)

Österreich (4-2-4-1): Almer; Garics, Dragovic, Pogatetz (46. Prödl), Fuch (74. Suttner)s; Baumgartlinger (46. Leitgeb), Alaba (74. Hosiner); Harnik (46. Ivanschitz), Junuzovic, Arnautovic (65. Jantscher); Weimann

Griechenland (4-2-3-1): Karnezis; Torosidis (77. Vyntra), Papastathopoulos, Siovas (63. Manolas), Holebas; Katsouranis (63. Tziolis), Tachtsidis; Kone (85. Fortounis), Maniatis (63. Ninis), Christodoulopoulos (85. Spyropoulos); Mitroglou