„Mattersburg? Egal, ich will siegen“

Sport / 14.08.2013 • 22:47 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Altachs baumlanger Innenverteidiger trifft erstmals auf seinen Ex-Klub Mattersburg.

Fussball. (VN-mkr) Im Sommer musste Alexander Pöllhuber mit den Burgenländern den bitteren Gang in die Erste Liga antreten. Daraufhin wechselte der gebürtige Salzburger ins Ländle. Und will mit Altach nun endlich den Aufstieg in die Bundesliga schaffen. Nach sechs Jahren im grün-weißen Dress der Mattersburger trifft er erstmals als Altacher auf seine alten Kumpels. Für Pöllhuber selbst alles kein Problem, sieht er seine Aufgabe in Vorarlberg mehr als positiv.

Herr Pöllhuber, spüren Sie schon ein Kribbeln im Bauch, wenn es am Freitag gegen Ihren Ex-Klub geht?

Alexander Pöllhuber: Überhaupt nicht. Ich sehe dieses Duell als ganz normal an. Ich bin jetzt Spieler des SCR Altach und der Gegner heißt eben nun Mattersburg. Mein Ziel bleibt ja das gleiche: drei Punkte einfahren.

Immerhin geht es gegen den Klub, für den Sie sechs Jahre Ihre Knochen hingehalten haben. Zudem treffen Sie auch auf viele alte Bekannte.

Pöllhuber: Klar, aber ich bin Profi genug, um damit umgehen zu können. Ich zerbreche mir eher den Kopf, wie ich auf dem Feld gegen Mattersburg auftreten werde. Ich sehe es auch als Vorteil, dass ich den Spielstil genau kenne. Und auch die Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler. Diese hoffe ich ausnutzen zu können.

Wie schätzen Sie den Stil der Burgenländer ein, worauf muss man in Altach achten?

Pöllhuber: Die Art und Weise, wie Mattersburg spielt, ist nicht viel anders als in den letzten Jahren in der Bundesliga. Viel Kampfgeist und Laufbereitschaft. Die Spieler sind sehr robust. Spielerisch hat sich in meinen Augen noch nicht viel verändert. Aber auch normal, denn wenn man in der Bundesliga fast immer gegen den Abstieg kämpft, ist es nicht leicht, von einem Tag auf den anderen den Spielstil zu wechseln und auf einmal spielerisch zu glänzen. Das wurde ja in Mattersburg nie groß eingefordert. Zu meiner Zeit im Burgenland waren wir ja immer die Außenseiter und konnten auf Konter spielen. Jetzt wird gefordert vorne mitzumischen, dazu muss man aber den Ball laufen lassen und spielerisch agieren. Wie hier in Altach.

Diese Umstellung mussten Sie ja mit Ihrem Wechsel zu Altach am eigenen Leib erfahren. Wie geht es Ihnen dabei?

Pöllhuber: Anfangs hatte ich schon damit zu kämpfen. Altach will das Spiel machen, von hinten raus spielen, auch unter Druck. Es reicht nicht, einfach den Ball rauszuhauen. Ich denke, dass ich zuletzt immer besser damit umgegangen bin, auch weil Trainer Damir Canadi viel auf mich einwirkt. Ich hoffe, es geht weiter bergauf.

Wie geht es Ihnen mit der Druck-Situation in Altach, unbedingt aufzusteigen?

Pöllhuber: Druck bin ich aus Mattersburger Zeiten gewohnt. Fast jedes Jahr ging es gegen den Abstieg. Dagegen genieße ich den Druck hier, um den Titel zu spielen, fast ein wenig (schmunzelt). Das ist doch positiv. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt einmal drei Siege in Folge einfahren konnte. Schon ein geiles Gefühl.

Als Innenverteidiger kommt mit Stürmer Patrick Bürger ein harter Brocken auf Sie zu. Schon einen Plan, wie man ihn stoppt?

Pöllhuber: Ich weiß schon, wie ich gegen Patrick spielen muss. Klar, er ist ein Top-Stürmer. Seine Stärken kenne ich genau, aber eben auch seine Schwächen. Sagen wir so: Ich habe ihn in Trainings schon öfters gestoppt. Jetzt muss es auch im Match klappen.

Wie kommen Sie mit dem Wechsel vom Osten in den Westen Österreichs zurecht?

Pöllhuber: Als mein Bruder Peter bei Austria Lustenau spielte, war ich oft zu Besuch. Und es hat mir damals schon sehr gefallen hier. Mein Eindruck jetzt ist der gleiche. Ich fühle mich sehr wohl im Ländle. Zudem ist meine Freundin Alina (28), die ab September als Volkschullehrerin in Vorarlberg arbeitet, auch hier. Das trägt zu meiner allgemeinen Wohlfühlstimmung sehr bei. Deswegen werden wir in der nächsten Länderspielpause auch heiraten (schmunzelt).

Julian Erhart (l.), Philipp Netzer (Mitte) und Patrick Seeger beim Autogrammeschreiben. steurer
Julian Erhart (l.), Philipp Netzer (Mitte) und Patrick Seeger beim Autogrammeschreiben. steurer