Fußball zelebriert, Mattersburg zerlegt

Sport / 16.08.2013 • 22:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mehr als 3000 Zuschauer feierten mit den Altacher Spielern die drei Treffer. Die Canadi-Elf zeigte gegen den Bundesliga-Absteiger aus dem Burgenland die bislang beste Saisonleistung. Foto: gepa
Mehr als 3000 Zuschauer feierten mit den Altacher Spielern die drei Treffer. Die Canadi-Elf zeigte gegen den Bundesliga-Absteiger aus dem Burgenland die bislang beste Saisonleistung. Foto: gepa

Im bislang besten Saisonspiel feiert Cashpoint SCR Altach verdienten 3:0-Sieg.

Fußball. Was für ein Sommerabend im Rheindorf, vor allem in der Cashpoint-Arena. Da feierten mehr als 3500 Zuschauer den 3:0-Sieg ihrer Mannschaft, die sich gegen den Bundesliga-Absteiger aus Mattersburg in einen wahren Rausch spielte. Schnelle Kombinationen, herrliches Flügelspiel und variantenreiches Passspiel sorgten für Unterhaltung auf den Rängen und für viel Verwirrung in der Burgenländer Defensive. Mit nunmehr 15 Punkten festigte die Elf von Damir Canadi ihren zweiten Tabellenplatz, punktegleich mit Spitzenreiter Liefering.

Nur auf einer Position hatte der Coach seine Mannschaft gegenüber dem St.-Pölten-Spiel umgestellt: Für Patrick Seeger ließ er Martin Harrer von Beginn an spielen. Und dieser Schachzug sollte sich lohnen, denn der 21-jährige Offensivspieler war von den Burgenländern nie in den Griff zu bekommen. Mit seiner Schnelligkeit, seinen Dribblings, seinen Passbällen – und letztlich auch mit seinen Torschüssen war Harrer der Mann des Spiels. So lieferte er mit seinem Freistoß die Vorlage zum Führungstreffer, als Kapitän Philipp Netzer im Strafraum höher als die Mattersburger Abwehrriesen sprang und per Kopf das Leder in die Maschen setzte (11.). Beim zweiten Treffer war Harrer über rechts nicht zu stoppen, sein Pass in den Rücken der Abwehr fand in Alexander Pöllhuber den idealen Abnehmer. Aus kurzer Distanz knallte der mit aufgerückte Verteidiger den Ball unbarmherzig in das Tor seines Ex-Klubs (35.). Und bei Tor Nummer drei nahm Harrer nach einem Ableger von Felix Roth selbst Maß und „bombte“ den Ball von der Strafraumgrenze unter die Querlatte (49.). In der 67. Minute war sein Arbeitstag dann beendet, und Harrer durfte, begleitet von Sprechchören, auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Zwischen den Toren gab es nur eine kurze Phase des Aufbäumens der Gäste. Da drohte durch Ingo Klemen und Patrick Farkas kurzzeitig Gefahr, doch ab Minute 20 spielte nur noch die Heimmannschaft. Fast im Minutentakt erspielten sich Netzer und Co. Möglichkeiten, denen zumeist herrrliche Kombinationen vorausgingen. Egal ob Aigners Kopfball (24.), Rafinhas Gewaltschuss (32.) oder die Alleingänge von Boris Prokopic vor sowie Louis Ngwat-Mahop nach der Pause, die Angriffsmaschinerie der Altacher war von den Burgenländern nicht mehr zu stoppen. Da trübte eigentlich nur, dass Prokopic es allein versuchte und scheiterte (42.), Ngwat-Mahop dann abspielte und in Ivica Majstorovic einen Spielverderber fand. Das aber änderte nichts daran, dass das Spiel eine Demonstration Altacher Fußballkunst war.

Etwas aus dem Rahmen

Für die Altacher war es im ersten Erste-Liga-Duell mit Mattersburg der erste Sieg. Und wie in den Spielen zuvor fielen viele Tore, auch wenn dieses Mal der bisherige Schnitt von 4,5 Toren pro Spiel verpasst wurde.

Fußball – ,,Heute für Morgen“ Erste Liga 2013/14

6. Spieltag

Cashpoint SCR Altach – SV Mattersburg 3:0 (2:0)

Cashpoint-Arena, 3576 Zuschauer, SR Muckenhammer (OÖ)

Torfolge: 11. 1:0 Netzer (Kopfball), 35. Alexander Pöllhuber, 49. 3:0 Harrer

Gelbe Karten: 30. Malic, 44. Röcher (beide Mattersburg), 47. Netzer (Altach/alle Foulspiel),
58. Bürger (Mattersburg/SR-Kritik), 66. Prokopic (Altach/Foulspiel)

Cashpoint SCR Altach (4-3-3): Kobras/3; Lienhart/3, Alexander Pöllhuber/2, Zech/3, Rafinha/2; Roth/2, Prokopic/2 (81. Neuhold/0), Netzer/2; Harrer/1 (67. Erhart/3), Aigner/2, Ngwat-Mahop/2 (72. Seeger/0)

SV Mattersburg (4-4-2): Borenitsch/2; Novak/4, Malic/4, Majstorovic/4, Rath/4 (71. Spuller/0); Farkas/3, Prietl/4, Lovin/4, Röcher/4; Bürger/4, Klemen/4

Notenschlüssel: Nach dem Schulnotensystem, von 1 (sehr) bis 5 (nicht genügend). 0 = zu kurz eingesetzt