Gesetz erhitzt bei der WM Gemüter

Sport / 16.08.2013 • 20:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Jelena Isinbajewa fühlt sich in der Diskussion um die Anti-Homosexuellen-Regelung missverstanden.

leichtathletik. Die russische Stabhochsprung-Weltmeisterin Jelena Isinbajewa ist wegen ihrer umstrittenen Aussagen zum russischen Anti-Homosexuellen-Gesetz um Schadensbegrenzung bemüht. „Englisch ist nicht meine erste Sprache, ich denke, ich bin da vielleicht missverstanden worden“, ließ sie die Medien bei der WM in Moskau via Presseerklärung wissen. Alles was sie sagen wollte, sei, dass die Leute die Gesetze anderer Länder respektieren sollen, vor allem wenn diese Gäste seien.

Athleten protestieren

„Lassen Sie mich klarstellen: Ich respektiere die Ansichten anderer Kollegen. Ich bin aufs Schärfste gegen jede Art von Diskriminierung von homosexuellen Menschen aufgrund ihrer Sexualität“, schrieb sie. Was ja gegen die Olympische Charta sei, stand in Klammer angefügt. Brisant: Im Dezember 2012 ist Isinbajewa zur Bürgermeisterin des Athleten-Dorfes der Olympischen Winterspiele 2014 (7. bis 23. Februar) in Sotschi ernannt worden.

Die schwedischen Athletinnen Emma Green-Tregaro (Hochsprung) und Moa Hjelmer (200 m) waren zu ihren Vorkämpfen mit regenbogenfarben bemalten Fingernägeln angetreten, um ihre Meinung zum umstrittenen Gesetz gegen „Homosexuellen-Propaganda“ zu äußern. Die Präsident Wladimir Putin nahestehende Isinbajewa hatte dies scharf kritisiert. „Wir sind Russen, wir sind vielleicht anders als die Europäer. Aber das ist unser Zuhause, und jeder muss das respektieren. In anderen Ländern versuchen wir auch den Gesetzen zu folgen.“

Würde man Werbung für Homosexuelle auf der Straße erlauben, müsste man um die Nation fürchten. „Wir sehen uns als normale Leute, Standard-Leute. Buben leben mit Mädchen und Mädchen mit Buben.“ Sie hoffe, dass das Problem nicht die Olympischen Winterspiele in Sotschi ruinieren werde, meinte Isinbajewa. Im sozialen Netzwerk gingen daraufhin die Wogen hoch. „Es erschüttert mich, dass eine junge, gebildete Frau so hinter der Zeit leben kann“, sagte daraufhin 800-m-Silbermedaillengewinner Nick Symmonds gegenüber BBC Radio. Er hatte seine Medaille den Homosexuellen gewidmet.

IOC droht den Athleten

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) kündigte an, Athleten von den Sotschi-Spielen im Februar auszuschließen, wenn sie für die Rechte Homosexueller protestieren sollten. Das IOC beruft sich dabei auf Paragraf 50 der Olympischen Charta. Der besagt, dass jede Demonstra­tion „politischer, religiöser oder rassenbezogener Propaganda an den olympischen Stätten, Austragungsorten oder anderen Bereichen“ untersagt ist.

Ich bin aufs Schärfste gegen jede Art der Diskriminierung.

Jelena Isinbajewa