Kampagne „Rio 2016“ soll Weg zu den Spielen ebnen

Sport / 18.08.2013 • 18:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Ländle-Asse David Hussl, Benjamin Bildstein, Magdalena Lässer, David Bargehr, Johannes Lässer und Lukas Mähr (v. l.) mit Projektleiter und Landesverbandspräsident Markus Sagmeister. Foto: akp
Die Ländle-Asse David Hussl, Benjamin Bildstein, Magdalena Lässer, David Bargehr, Johannes Lässer und Lukas Mähr (v. l.) mit Projektleiter und Landesverbandspräsident Markus Sagmeister. Foto: akp

Vorarlbergs Segler bekommen volle Unterstützung vom Landesverband.

Segeln. (VN-akp) Vorarlbergs Segler befinden sich auf Erfolgskurs. Das 470er-Duo Lukas Mähr und David Bargehr (YC Bregenz) hat sich mit dem sechsten EM-Rang und Platz 14 bei der WM an die Weltspitze herangearbeitet und blickt auf das erfolgreichste Jahr seiner Sportkarriere. Das 49er-Duo mit dem Wolfurter Benjamin Bildstein und seinem Tiroler Partner David Hussl, welches erst im vergangenen Herbst auf diese Bootsklasse umgestiegen war, zeigte vor Kurzem mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften sein großes Potenzial. Für beide Ländle-Teams heißt das große Ziel Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro.

Große Unterstützung erhalten sie vom Vorarlberger Landessegelverband und vom Sportservice Vorarlberg. Vor Kurzem wurde die Olympiakampagne Rio 2016 ins Leben gerufen. Markus Sagmeister: „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir jetzt zwei potenzielle Olympiateams haben. Das ist für den Verband und den YC Bregenz einerseits eine große Ehre, gleichzeitig aber auch eine finanzielle Herausforderung. Daher haben wir ein Spendenprojekt gestartet, eine Art Bausteinförderung durch private Gönner. Wir sind positiv überrascht, mit welch großer Akzeptanz das Projekt aufgenommen wurde und hoffen, dass dies noch weiter so bleibt“, freut sich der Präsident des Vorarlberger Segelverbandes.

Auch der Nachwuchs profitiert

Beide Ländle-Teams waren im Juli drei Wochen lang im Olympiarevier in Rio im Training, vier neue Regattaboote wurden angeschafft. „Ein 470er-Boot kostet 18.000 Euro, ein 49er-Boot 26.000 Euro. Zusätzlich braucht es zwei Satz Segel pro Jahr um jeweils 2500 bis 3000 Euro“, beschreibt Sagmeister den Aufwand und betont: „Am Material darf es auf diesem Niveau nicht scheitern.“

Vom Rio-Projekt profitieren aber nicht nur die Olympiakandidaten von 2016, sondern auch der heimische Nachwuchs. „Wir haben acht bis zehn weitere große Talente im Land. Es braucht aber auch viel Einsatz der Eltern“, so Sagmeister. So hatte der erst zwölfjährige Johannes Lässer aus Bregenz die Möglichkeit, als einer der jüngsten Starter an der Optimisten-WM am Gardasee teilzunehmen und internationale Erfahrung zu sammeln.

Nach den erfolgreichen Heim-Titelkämpfen bestreiten Mähr/Bargehr und Bildstein/Hussl vom 9. bis 15. September die Pre Worlds in Santander, ein Test-Event für die Weltmeisterschaften 2014 im selben Revier. Hier werden bereits 75 Prozent der Startplätze für die Sommerspiele 2016 vergeben. „Der Testwettkampf bedeutet für uns Lernen und Revierkunde. Auch die Meteorologie spielt dabei eine große Rolle“, erklärt Mähr. Vom 22. November bis 10. Dezember absolvieren die beiden Ländle-Topteams mit der Nationalmannschaft den zweiten Trainingsblock im Olympiarevier, bevor es in die dreiwöchige Winterpause geht. „Die Wasserqualität in der Bucht von Rio ist bedenklich. Es ist dreckig und Müll liegt im Wasser. Wir kommen natürlich damit in Berührung, nach dem Training braucht man gutes Süßwasser“, beschreibt Bildstein die besonderen Umstände. Das 49er-Team reist nach den Meisterschaften zu Trainingszwecken an den Gardasee, um mit Österreichs Top-Team Nico Delle-Karth/Niko Resch und weiteren Weltspitze-Seglern zu trainieren. Anfang Oktober steht noch ein Europacup in La Rochelle (Fra) auf dem Programm.

Zwei potenzielle Olympiateams zu haben ist eine große Ehre und eine finanzielle Herauforderung.

Markus Sagmeister