Remis war ein großer Bahnhof

Sport / 23.08.2013 • 22:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andreas Bammer (links) war von der Lustenauer Verteidigung – im Bild Kapitän Christoph Stückler – nie wirklich in den Griff zu bekommen. Fotos: gepa/3
Andreas Bammer (links) war von der Lustenauer Verteidigung – im Bild Kapitän Christoph Stückler – nie wirklich in den Griff zu bekommen. Fotos: gepa/3

Trotz eines Zwei-Tore-Rückstands schaffte Austria gegen Liefering noch ein 3:3.

Fussball. Fröhlich winkten die Passagiere aus den Waggons des Rheinbähnles, das kurz vor Spielbeginn am Reichshofstadion vorbeifuhr. Nach 54 Minuten Spielzeit schien es aber, als würde Liefering über Lustenau drüberfahren, die Hausherren drohten in ein Debakel zu rennen. Die extrem spielstarken Salzburger führten zu diesem Zeitpunkt mit 3:1, wobei Ex-Altach-Stürmer Andreas Bammer gleich drei Mal „Bamm-bamm“ machte. Bei den ersten beiden Toren patzte Dominic Pürcher und beim dritten Treffer stellte sich Keeper Christopher Knett etwas ungeschickt an. Pürcher musste man jedoch zugutehalten, dass er trotz Oberkieferbruch und mit Gesichtsmaske spielte, da sich Schellander beim Aufwärmen eine Muskelzerrung zugezogen hatte. Da nützte auch eine schnelle Führung durch einen verwandelten Elfmeter von Marcel Schreter (10.) nichts.

Neuer Schwung durch Jailson

Die schnell und kultiviert spielenden Gäste degradierten die Hausherren mitunter zu einem Bummelzug, der Mühe hatte, gegen dieses Spitzenteam der Ersten Liga in den Gleisen zu bleiben. Zu sehr fehlte es Trainer Helgi Kolvidsson auch an Alternativen, als dass sich Ausweichmöglichkeiten geboten hätten. Wenigstens erwies sich die Hereinnahme von Jailson (55.) als Glücksgriff. Denn mit dem Brasilianer kam neuer Schwung ins Team der Grün-Weißen, während der ausgewechselte Kargbo erneut alles schuldig blieb. Einem kuriosen Eigentor von Andreas Schrott (59.) war es jedoch zu verdanken, dass die Lustenauer wieder den Anschluss fanden. Nach einem Gewusel im Strafraum, bei dem Gäste-Keeper Dähne völlig die Orientierung verloren hatte, stocherte der Unglücksrabe den Ball ins eigene Gehäuse. Für die Austria war dies die Initialzündung zu einem großartigen Finish. Mit einer gehörigen Portion Moral und viel Dampf im Zylinder drückte Lustenau auf den Ausgleich, der Thiago (67.) per Kopf nach Jailson-Vorlage gelang. Und da Mair in der Schlussminute nur die Stange traf, gab es für die Austria am Ende doch noch so etwas wie einen großen Bahnhof.

Fußball – ,,Heute für Morgen“ Erste Liga 2013/14

7. Spieltag

SC Austria Lustenau – FC Liefering 3:3 (1:2)

Reichshofstadion, 4200 Zuschauer, SR Feichtinger (OÖ)

Torfolge: 10. 1:0 Schreter (Handelfmeter), 21. 1:1 Bammer, 34. 1:2 Bammer, 54, 1:3 Bammer, 59. 2:3 Eigentor/Schrott, 67. 3:3 Thiago

Gelbe Karten: 42. Kargbo (Austria), 45. Bammer (Liefering/beide Foulspiel), 77. Thiago (Austria/Unsportlichkeit), 80. Jailson (Austria/Unsportlichkeit)

SC Austria Lustenau (4-2-3-1): Knett/3; Sakic/3, Christoph Stückler/3, Patocka/3, Pürcher/4; Bolter/4, Kobleder/3; Kargbo/5 (55. Jailson/2), Galvao/3 (72. Kragl/0), Schreter/3; Thiago/3

FC Liefering (4-3-3): Dähne/4; Lainer/3, Gugganig/3, Schrott/3, Adjei/2; Roguljic/3, Völkl/3, Brandner/3 (46. Rasner); Mair/2, Bammer/1 (70. Konrad/0), Kovacek/3

Notenschlüssel: Nach dem Schulnotensystem, von 1 (sehr) bis 5 (nicht genügend). 0 = zu kurz eingesetzt