Vettel meldet sich auf eins zurück

Sport / 23.08.2013 • 22:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Plattfuß, Plattfuß“, funkte Sebastian Vettel an die Box. Die Trainingssession des Weltmeisters war durch den Defekt vorzeitig beendet. Foto:GEPA
„Plattfuß, Plattfuß“, funkte Sebastian Vettel an die Box. Die Trainingssession des Weltmeisters war durch den Defekt vorzeitig beendet. Foto:GEPA

Sebastian Vettel holte Bestzeit im freien Training für den Großen Preis von Belgien.

formel 1. Ein Reifenschaden beendete seinen ersten Arbeitstag nach der Sommerpause vorzeitig, doch Sebastian Vettel hinterließ zum Neustart in die Mission Titelverteidigung im belgischen Spa dennoch einen starken Eindruck. Der Formel-1-Weltmeister steuerte seinen Red-Bull-Boliden im zweiten Training in der Bestzeit von 1:49,331 Minuten um den Traditionskurs in den Ardennen, einzig sein Teamkollege Mark Webber (1:49,390) konnte vor dem heutigen Qualifying mithalten. Der Australier war 59 Tausendstel langsamer, Vettels Konkurrenten im Kampf um die WM gingen die schnellen Zeiten nicht mit.

Zerfetzter Hinterreifen

„Insgesamt war das ein positiver Tag, wir waren mit beiden Autos gut unterwegs. Der Rest muss sich zeigen“, sagte Vettel. Denn Zweifel hinterließ der Reifenschaden, der Vettel die letzten Minuten der Session kostete. Mit zerfetztem rechten Hinterreifen an seinem Red Bull kehrte der 26-Jährige dann kurz nach 15 Uhr in die Box zurück. Ein Bild, das ein wenig an die verheerenden Reifenschäden beim Großen Preis von England erinnerte, in deren Folge Hersteller Pirelli neue Pneus geliefert hatte. „Wichtig ist jetzt, dass wir verstehen, welche Art von Problemen wir hatten, die dann zum Plattfuß geführt haben“, sagte Vettel, „das ist leider noch nicht klar. Ich habe nichts anders gemacht als sonst.“ Der Champion hatte zuvor zahlreiche Runden in Folge auf den weicheren Reifen absolviert. Auch Ferrari-Pilot Fer­nando Alsono hatte Probleme mit seinen Reifen. Motorsportchef Paul Hembery von Exklusiv-Ausrüster Pirelli stellte aber klar, dass die beiden Defekte unterschiedliche Ursachen gehabt hätten. Bei Alonso traten zwei Löcher in der Lauffläche auf, bei Vettel scheuerte ein Teil des Autos den Reifen durch. Sorgen wie nach dem Reifenplatzer-Skandal von Silverstone scheinen daher unbegründet. Das sei „etwas komplett anderes“, betonte Hembery.

Hinter dem dominanten Red-Bull-Duo belegte Lotus-Pilot Romain Grosjean (1:50,194) mit bereits deutlichem Rückstand den dritten Platz. Der finnische WM-Zweite Kimi Räikkönen wurde Sechster vor dem Gesamtdritten Fernando Alonso im Ferrari. Keine Spitzenzeiten lieferte Mercedes: Nico Rosberg wurde lediglich Neunter. Sein Teamkollege Lewis Hamilton, der als WM-Vierter noch Titelchancen hat, musste sich gar mit dem zwölften Platz begnügen und offenbarte mit vielen Verbremsern und Ausritten einige Probleme mit seinem Boliden.

Bereits im freien Training machten die Fahrer Bekanntschaft mit dem raschen Wetterumschwung in den Ardennen. Am Vormittag noch regnerisch, schien am Nachmittag bereits wieder die Sonne. Für das heutige Qualifying kündigt das Wetterradar jedenfalls Regen, eventuell sogar Gewitter an, auch beim Rennen am Sonntag soll es nass werden.

Buttons Zukunft offen

Abseits der Piste sorgte der frühere Formel-1-Weltmeister Jenson Button für Gesprächsstoff. Trotz der enttäuschenden Saison möchte er anscheinend auch im kommenden Jahr für McLaren fahren, hat nach eigener Aussage aber noch kein gültiges Arbeitspapier vorliegen. „Ich denke, ich habe einen Vertrag, aber die Unterschrift darauf fehlt noch. Ich will im kommenden Jahr wirklich hier bleiben, aber ich habe noch nicht die Bestätigung des Teams“, sagte der 33-Jährige im Vorfeld des Großen Preises von Belgien. Zudem distanzierte sich der Engländer von Gerüchten, er gehöre zu den Anwärtern auf ein Cockpit bei den Topteams Red Bull und Ferrari.

Insgesamt war das ein positiver Tag. Wir waren mit beiden Autos gut unterwegs.

Sebastian Vettel