Vettel ist sein Schicksal

Sport / 26.08.2013 • 21:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach dem Rennen in Spa-Francorchamps lagen sich die Rivalen Fernando Alonso (links) und Sebastian Vettel in den Armen. Foto: gepa
Nach dem Rennen in Spa-Francorchamps lagen sich die Rivalen Fernando Alonso (links) und Sebastian Vettel in den Armen. Foto: gepa

Ferrari-Pilot Fernando Alonso will im königlichen Park von Monza zurückschlagen.

Formel 1. Es wäre mehr als ein Trost für die nächste drohende WM-Niederlage gegen Sebastian Vettel. Ein Heimsieg mit der „Roten Göttin“ am 8. September vor den leidenschaftlichen Ferrari-Fans. Doch der Spanier gewann nur in seinem ersten Jahr bei der Scuderia im Königlichen Park. Seitdem reichte es dort nur zu zwei dritten Plätzen. Zu wenig, um das Ende der titellosen Leidenszeit im Formel-1-Leben des Spaniers einzuleiten. Will er Dauerwidersacher Vettel nun im WM-Kampf noch überholen, führt kein Weg an einem Sieg im Ferrari-Land Italien vorbei.

Es ist wie verhext für den Champion von 2005 und 2006. Glänzt er wieder einmal auf der Strecke, brilliert einer noch mehr. Alonso raste in Spa-Francorchamps an den Ex-Weltmeistern Jenson Button, Lewis Hamilton und auch Kimi Räikkönen vorbei, von Startrang neun auf Platz zwei. Nur an Vettel kommt er einfach nicht ran. Im Klassement trennen beide vor den letzten acht Saisonrennen 46 Punkte.

Und im Gegensatz zum deutschen Red-Bull-Star ist der Blick in die Statistik für Alonso wenig erbaulich. Von den letzten acht Rennen der Saison 2012 gewann der Spanier kein einziges, von den letzten acht Rennen der Saison 2011 gewann er ebenfalls keines. Nur 2010 konnte er dreimal ganz vorne landen. Wird es also wieder nichts mit dem dritten Titel für den mittlerweile 32-Jährigen, nach 2005 und 2006?

In der ewigen Rangliste fehlt Vettel (26) nur noch ein GP-Erfolg, um mit Alonsos 32 Siegen gleichzuziehen. Nur noch eine Frage der Zeit, und der einst von Vettel als jüngster Champion und Doppelchampion abgelöste Iberer muss auch hier mitansehen, wie der Serien-Weltmeister an ihm vorbeizieht. Und doch wirkte ein Foto, das Alonso nach seinem starken zweiten Rang hinter dem allerdings noch stärkeren Vettel in Spa-Francorchamps via Twitter postete, geradezu herzlich: Es zeigte die Erzrivalen bei ihrer Umarmung unmittelbar nach dem Rennen.

So versöhnlich wird es in knapp zwei Wochen auf der Strecke in Monza wohl kaum zugehen. Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Italien lieferten Alonso und Vettel einander bereits atemberaubende Duelle. Und für seine Ziele braucht Alonso Siege! Zwei Erfolge – der bis dato letzte beim Heimrennen in Spanien – gelangen ihm in den bisherigen elf Saisonläufen. Dabei musste der Asturier immer aufholen. Nicht ein einziges Mal schaffte er es in diesem Jahr auf Pole, selbst Startplatz zwei blieb ihm verwehrt. In den vergangenen sieben Rennen kam er nicht über die Reihen drei und vier hinaus. So gesehen sind die 151 Punkte, die er sammelte, ein beachtliches Resultat. Wenn nur dieser Vettel mit seinen üppigen fünf Saisonsiegen und 197 Zählern nicht wäre . . .

In Monza möchten wir den Tifosi ein Lächeln schenken.

Fernando Alonso