Austria mit Koffer voller Varianten

Sport / 03.10.2013 • 19:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Helgi Kolvidsson: Seine Mannschaft wird immer kompakter. Foto: gepa
Helgi Kolvidsson: Seine Mannschaft wird immer kompakter. Foto: gepa

Lustenau-Coach Kolvidsson sprüht vor dem Spiel gegen St. Pölten vor Optimismus.

Fussball. Es ist dieses Stimmungshoch in der Mannschaft, das auch bei den Austria-Anhängern für Begeisterung sorgt. Acht Spiele in Folge – inklusive Cup neun – sind die Lustenauer nun ungeschlagen, eine Serie, die nach dem missglückten Start und dem Horror-Frühling von den Anhängern herbeigesehnt wurde. Dabei macht sich Trainer Helgi Kolvidsson gar nichts aus Zahlen, wie er auch vor dem heutigen (18.30 Uhr) Heimspiel gegen St. Pölten verriet. Die VN konfrontierten ihn mit ein paar Schlagworten:

Serie? Gibt sicherlich ein gutes Gefühl. Aber die statistische Vergangenheit kann schon morgen nichts mehr wert sein.

Statistik? Davon halte ich nichts. Auf Zahlen will ich mich nicht verlassen. Sonst hätten wir in Steyr gar nicht antreten müssen. Denn die Austria hat davor noch nie in Steyr gewonnen.

Zahlen? Interessieren mich eigentlich nicht. Bestes Beispiel ist die Champions League. Dortmund hatte gegen Marseille nur 43 Prozent Ballbesitz – und hat souverän gewonnen. Zahlen sind also nicht so wichtig. Wichtiger ist, wie man das Spiel anlegt, auch in Heimspielen.

Taktik? Die variiert natürlich, auch wenn sich an der Grundaufstellung nichts ändert. Der Spielaufbau aber ist natürlich unterschiedlich. Und hängt auch davon ab, ob du auf einen spielstarken Gegner triffst oder auf einen, der sehr hinten drin steht.

Und St. Pölten? Eine Mannschaft mit vielen großgewachsenen Spielern, die bei Standards gefährlich sind – und mit Andreas Dober doppelt. Wir dürfen nicht zu tief stehen, müssen Freistöße gegen uns verhindern. Unter dem neuen Trainer spielt St. Pölten etwas anders, mit Salkic als Stoßstürmer und dahinter Sadovic hängend.

Ihre Fußball-Philosphie? Ich möchte, dass die Mannschaft Fußball spielt, dass sie Ballbesitz hat, dass sie dominant auftritt. Spieler wie Trainer müssen heute flexibel sein. Ich hatte erst Jailson in der Zentrale vorgesehen, dann haben wir seine Stärken an der Flanke erkannt. Er ist gut im Eins-gegen-Eins und schlägt prima Flanken. Links hinten etwa haben wir mit Pürcher, Galvão und Schellander drei Spieler. Deshalb ist es wichtig, dass die Spieler nicht nur ihre Position sehen; nur so können sie, können wir uns weiterentwickeln. Nehmen wir Thiago als Beispiel. Viele messen ihn nur an seinen Toren. Als Trainer weiß ich, wie wichtig seine Arbeit für die anderen ist. Er macht Räume frei. Er ist ganz anders wie Altachs Aigner, der nur im Zentrum spielt. Ich sage immer: Je mehr im Koffer ist, umso gefährlicher sind wir.

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