Austrias Filmriss kurz vor der Pause

Sport / 04.10.2013 • 21:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Enttäuschung ist Patrick Salomon ins Gesicht geschrieben. Fotos: gepa/3

Die Enttäuschung ist Patrick Salomon ins Gesicht geschrieben. Fotos: gepa/3

Die Lustenauer kamen gegen St. Pölten über ein 1:1-Heimremis nicht hinaus.

Fußball. Durch einen kurzen Kameraausfall musste Aus­tria-Trainer Helgi Kolvidsson länger warten, ehe das obligatorische Sky-Interview nach Spielende im Kasten war. Der Isländer nahm diese kleine Panne gelassen. Weit mehr als das 1:1-Remis, das den so stoisch wirkenden Coach doch sichtbar wurmte. Da war auch die Freude, dass man im neunten Meisterschaftsspiel in Serie ungeschlagen blieb, sichtbar etwas getrübt. Auch wenn Kolvidsson betont, nicht auf Altach zu schauen, wusste man bei der Austria doch, welche Chance man ausgelassen hatte, um den Rheindörflern vor der Länderspielpause auf vier Punkte nahezukommen.

Ein kurzer Filmriss, wenn man davon im digitalen Zeitalter überhaupt noch sprechen darf, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte passierte, war letztlich ausschlaggebend, dass es gegen St. Pölten nur zu einem Unentschieden reichte. Nach einem Eckball brachte die Austria-Hintermannschaft

den Ball nicht weg und musste mitansehen, wie Jano das Spielgerät gekonnt dreimal aufgabelte und per Hinterkopf an Sadovic weiterleitete. Aus kürzester Distanz köpfelte der Ex-Altach-Stürmer zum Ausgleich ein. Damit war die Führung der Hausherren, die der Deutsch-Senegalese Wal Fall ((25.) mit seinem ersten Treffer im Austria-Dress erzielt hatte, noch vor dem Pausenpfiff egalisiert. „Sicherlich ein Knackpunkt im Spiel“, war sich auch der Trainer bewusst.

Intensives Spiel

Nach dem Wechsel offenbarte sich ein Spiel, dessen Drehbuch eine sehr intensive Handlung aufwies und bei dem beide Teams versuchten, den entscheidenden Treffer für sich zu verbuchen. Nach einem Patzer von Stückler (53.) hätte Salkic die Führung für die Gäste erzielen können, auf der anderen Seite verfehlte ein Salomon-Kopfball (68.) das Gehäuse nur knapp. Salomon hätte auch bereits vor der Pause (30.) das 2:0 vor den Beinen gehabt, seinen Distanzschuss drehte Gäste-Goalie Riegler jedoch zur Ecke. Mit Fortdauer der Partie verdichtete sich die Szenerie mehr und mehr im Mittelfeld und Chancen blieben Mangelware. Vor den Toren wurde es kaum mehr gefährlich, da sich an diesem Abend zwei ebenbürtige Charaktere gegenüberstanden. Dennoch hatte die Begegnung durchaus auch spielerische Qualitäten, auch wenn die Austria diesmal nicht (mehr) wie so oft den finalen Handlungsstrang setzen konnte und ihr der „Director’s Cut“ verwehrt blieb. Am Ende blieb nichts anderes übrig, als mit dem Unentschieden zu leben, das letztlich jedoch auch ein gerechtes Ergebnis war.

Fußball – ,,Heute für Morgen“ Erste Liga 2013/14

12. Spieltag

SC Austria Lustenau – SKN St. Pölten 1:1 (1:1)

Reichshofsadion, 3300 Zuschauer, SR Hirschbichler (S)

Torfolge: 25. 1:0 Fall, 45.+1 1:1 Sadovic

Gelbe Karten: 44. Dober (St. Pölten/Kritik), 60. Hofbauer (St. Pölten), 69. Pürcher (Austria), 73. Jano(St. Pölten/alle Foulspiel) 76. Salkic (St. Pölten/Kritik), 80. Ambichl (St.Pölten/Foulspiel)

SC Austria Lustenau (4-2-3-1): Knett/3; Sakic/3, Christoph Stückler/4, Kobleder/3, Galvao/3; Fall/3 (78. Lukas Kragl/0), Pürcher/4; Jailson/3, Salomon/3, Schreter/3 (85. Chabbi/0); Thiago/3

SKN St. Pölten (4-1-4-1): Riegler/3; Dober/3 (64. Holzmann/0), Wisio/3, Huber/3, Peinsipp/3; Tosun/4; Ambichl/3, Sadovic/3 (86. Schibany/0), Jano/2, Hofbauer/3; Salkic/3 (59. Bozkurt/4)

Notenschlüssel: Nach dem Schulnotensystem, von 1 (sehr) bis 5 (nicht genügend). 0 = zu kurz eingesetzt

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