„Mein Leben ist ein Abenteuer“

Sport / 08.10.2013 • 20:39 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die neue Heimstätte von Georg Margreitter das Parken-Stadion in Kopenhagen. Fotos: Adam/6
Die neue Heimstätte von Georg Margreitter das Parken-Stadion in Kopenhagen. Fotos: Adam/6

Dieser besonderen Herausforderung stellt sich Fußballprofi Georg Margreitter tagtäglich.

Fussball. In nur einem Jahr von Wien nach Wolverhampton – und nun Kopenhagen. Keine alltägliche Reiseroute, vielmehr die Fußball-Hotspots von Georg Margreitter. Als der Vorarlberger Ende August 2012 bei den „Wolves“ in England einen Vierjahresvertrag unterschrieb, war das Vorarlberger Fußballmärchen perfekt: Der erste Ländle-Kicker im Mutterland des Fußballs – und das aus der Wintersport­region Montafon. Die Reise des 24-Jährigen aber geht weiter. Nicht in England, aber in Dänemark. Der bitteren Saison bei den „Wölfen“, mit Abstieg und der Erkenntnis „Ich kann trainieren so viel und so gut ich kann, ich komme nicht zum Zug“; folgte der Aufstieg in die Liga der Champions. Der Wechsel nach Kopenhagen hat sich für den Innenverteidiger nach eigenen Worten schon jetzt ausgezahlt. „Ich bin jetzt fünf Wochen hier und habe schon die Elite Europas kennengelernt“, sagt Margreitter in der ihm eigenen, ruhigen Art. Von den Niederungen im englischen Fußball (League One) in die Königsklasse mit dem dänischen Meister FC Kopenhagen. „Mein Leben ist ein Abenteuer“, sagt der Vorarlberger und freut sich schon auf die nächste Herausforderung.

Den Schritt Auslandstransfer jedenfalls hat Margreitter nicht bereut. „Ich habe in zwei Jahren zwei Länder, zwei Sprachen kennengelernt.“ Einen wichtigen Bezugspunkt aber gibt es. Trainer Ståle Solbakken holte ihn erst nach England, jetzt ist er wieder sein Coach in Dänemark. Die VN besuchten Margreitter in Dänemark und durften ihn einen Arbeitstag lang begleiten.

08.30 Georg Margreitter nimmt im Hotel das Frühstück ein. Noch ist der Vorarlberger auf der Suche nach einer Wohnung in der Nähe des Trainingsgeländes. „Das ist gar nicht so leicht“, verrät er – und stärkt sich für das Training.

09.30 Ein ­Teamkollege fährt mit dem Auto vor dem Hotel vor und holt Margreitter ab. Noch ist er ohne fahrbaren Untersatz, und so hilft der Deutsche mit dem französich klingenden Namen Marvin Pourié, ein 22-jähriger Stürmer, gerne aus.

10.30 Das Trainerteam um Chefcoach Solbakken bittet zur Einheit. Aufgrund der Doppelbelas­tung Champions League und Meisterschaft wartet täglich nur eine Einheit auf die Spieler. Diese sind gut 45 Minuten vor dem Trainingsstart schon im Trainingsgelände und wärmen sich individuell – entweder in der Kraftkammer oder mit Lockerungseinheiten – auf. Gut 90 Minuten dauert dann die Einheit. „In Wolverhampton haben wir zuletzt vor allem in puncto Physis trainiert, hier wird mehr Wert auf das Spielerische gelegt“, freut sich Margreitter danach auf das Mittagessen. Dieses wird zusammen mit den Teamkollegen im Speisesaal des Trainingsgeländes eingenommen. „Das möchte ich nicht mehr missen“, sagt er und betont zugleich die soziale Komponente. „Da sitzt die gesamte Mannschaft beisammen, und so lernst du deine Mitspieler schnell besser kennen.“ Nach dem Essen folgt der individuelle Teil des Trainingstags. Einige Spieler nützen die Zimmer, um sich auszuruhen, Margreitter zieht ein Regenerationsbad vor.

14.15 Die Spieler verlassen allmählich das Trainingsgelände, die Arbeit ist verrichtet. Für Margreitter nicht ganz. Nach seiner Rückkehr ins Hotel warten Telefongespräche mit England, müssen E-Mails geschrieben werden. Verträge aus der Vorsaison – u. a. mit Telefonanbietern – müssen aufgelöst, die Einrichtung seines Hauses übergeben werden. „Mein Leben ist ein Abenteuer“, sagt er schmunzelnd. Ohne zu wissen, was ihn als Nächstes erwartet.

Georg Margreitter vor dem königlichen Opernhaus in Kopenhagen.
Georg Margreitter vor dem königlichen Opernhaus in Kopenhagen.
Georg Margreitter (l.)erzählt von den Champions-League-Eindrücken.
Georg Margreitter (l.)erzählt von den Champions-League-Eindrücken.
Der „Nyhavn“, eine Attraktion in Kopenhagen, hat es Georg Margreitter besonders angetan.
Der „Nyhavn“, eine Attraktion in Kopenhagen, hat es Georg Margreitter besonders angetan.
Ein gutes Frühstück vor den Trainingseinheiten ist wichtig.
Ein gutes Frühstück vor den Trainingseinheiten ist wichtig.
Laptop und Handy als Hilfsmittel zur Kommunikation.
Laptop und Handy als Hilfsmittel zur Kommunikation.

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