Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Ein Herzog lässt grüßen

Sport / 10.10.2013 • 21:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

„På Fredag dör er VM-Dröm!“ „Am Freitag stirbt euer WM-Traum!“ Mit diesen Worten auf einem in Gelb-Blau gehaltenen Riesenplakat wurden Österreichs Fußballer in ihrem Hotel empfangen. Eine Aktion des schwedischen Boulevardblattes „Expressen“. Dieses hatte schon vor gut eineinhalb Jahren vor dem EM-Quali-Spiel gegen England ein übergroßes Bild von Ibrahimovic auf den Big Ben projiziert, worauf zudem zu lesen war: „Der Big Ben ist groß, aber Zlatan ist größer.“ Angesichts der damaligen Provokation liest sich die Kampfansage gegen das Team aus Austria geradezu harmlos. Für die Spieler aber waren die Worte Grund genug, ihre „Jetzt-erst-recht-Einstellung“ via soziale Medien in alle Welt hinauszuposaunen. Sehr zur Freude des Teamchefs, der mit ruhiger Stimme verkündete: „Als Trainer bin ich der Letzte, der Zurückhaltung einfordert.“ Dass er anfangs gar nichts mitbekommen haben will, ist schwer vorstellbar. Was zählt, sind die zusätzliche Motivationsspritze und die Hoffnung, dass die Aktion ein Schuss ins Blaue wird. Apropos Schuss: Da sind sie wieder, die Gedanken an die erfolgreiche WM-Qualifikation 1998. Zwei Gewaltschüsse von Andreas Herzog hatten den Weg nach Frankreich geebnet. Ich erinnere mich gut an die entscheidenden Treffer des inzwischen 45-jährigen österreichischen Rekord-Nationalspielers im mittlerweile abgerissenen Raasunda-Stadion. Es war am 9. Oktober 1996. Fast auf den Tag genau 17 Jahre danach sucht Österreich nach einem neuen „Herzog“. Auf dass der Traum weiterleben kann.

christian.adam@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-211

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