Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Schuld sind wieder die Deutschen

Sport / 11.10.2013 • 22:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

„Alter Schwede“ – das war deftig. Eigentlich wird die gängige Redewendung gerne kumpelhaft unter Freunden verwendet, sie ist gewissermaßen aber auch ein Ausdruck des Erstaunens. Dabei waren es die Deutschen, die diese Phrase erfunden haben. Sie geht zurück in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648), als erfahrene schwedische Soldaten für das Heer von Friedrich Wilhelm als Ausbildner angeworben wurden. Weil sie sich dann so gut auf den Drill verstanden, wurden diese Unter­offiziere „die alten Schweden“ genannt. In Stockholm war der Ausdruck für einmal nicht zwei-, sondern vielmehr eindeutig.

Die Alten (Schweden) haben es den Jungen (Österreich) also noch einmal gezeigt, sie in die Schranken gewiesen. Ganze 325 Jahre (29,5 im Schnitt) hatten die „elf alten Schweden“ bei Anpfiff auf dem Buckel. Österreichs Himmelstürmer dagegen kamen gerade auf 283 Jahre (25,7). Noch krasser liest sich der Routine-Vergleich beider Mannschaften. So kam Schwedens Startformation auf 602 Länderspiele (Österreich: 388), allein Anders Svensson (145) hatte schon fast die Hälfte aller Spiele der ÖFB-Kicker in den Beinen. Auch die Torquote sprach schon vor dem Anpfiff eine deutliche Sprache – 103:48. Die Zahlen haben nicht gelogen, was schon die alten Deutschen gewusst haben.

christian.adam@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-211

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