WM-Traum platzte wie eine große Seifenblase

Sport / 11.10.2013 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schweden-Star Zlatan Ibrahimovic machte die Träume der österreichischen Nationalmannschaft zunichte. Foto: gepa
Schweden-Star Zlatan Ibrahimovic machte die Träume der österreichischen Nationalmannschaft zunichte. Foto: gepa

Nach starkem Beginn verlor Österreichs Nationalteam in Schweden mit 1:2.

Fussball. Der Traum von einer Qualifikation für die WM-Endrunde 2014 in Brasilien endete für Österreichs Nationalmannschaft in Stockholm. Dabei begann alles wie vor 17 Jahren: Eine schnelle Führung, ein engagiertes Auftreten – am Ende aber blieb nur die Enttäuschung. Spiel verloren (1:2) und Marko Arnautovic dazu. Der England-Legionär flog in der Schlussminute wegen einer Tätlichkeit vom Platz. Und als noch ein Alaba-Freistoß in der Nachspielzeit knapp vorbeistrich, war der Tiefschlag perfekt. Mit gesenkten Köpfen schlichen Österreichs Spieler nach dem Schlusspfiff in die Kabine.

Dabei hatte dank eines Schachzugs von Marcel Koller alles so gut begonnen. Im „Spiel des Jahres“ hatte der Trainer die taktische Marschrichtung verändert und seinem Team ein aggressives 4-1-4-1-System verpasst. Frühzeitig stören, selbst die Initiative ergreifen und den Abschluss suchen. Keine leeren Worte, sondern von den Spielern von der ersten Minute an umgesetzt – und die Schweden wirkten ob der Entschlossenheit des ÖFB-Teams sichtlich überrascht. 54 Prozent Ballbesitz in der ersten Halbzeit waren der beste Beweis für ein überlegen agierendes rot-weiß-rotes Team. Schöne Ballstafetten, dazu Schüsse von Arnautovic, Pässe in die Tiefe – und ein herrlicher Abschluss. Martin Harnik war es, der in seinem 40. Länderspiel nach Ablage von Marc Janko zum 1:0 traf (29.). Nur Sekunden danach schockte ein Pfostenschuss von Johan Elmander (30.), danach noch eine Fuchs-Abwehr in extremis (42.). Dazwischen verhinderte Schwedens Keeper Andreas Isaksson sogar einen höheren Rückstand (35.).

„Ibro der Große“ Matchwinner

So war die Pause fast ein Rettungsanker für ein sinkendes schwedisches „Schiff“. Die blau-gelben „Matrosen“ aber kamen mit frischem Wind aus der Kabine und setzten die Offensivsegel. Die Angriffswellen waren schnell spürbar und der Druck auf das Tor von Robert Almer wurde mehr. Die erste Schweden-„Bombe“ ließ Martin Olsson platzen, dessen Direktschuss nur knapp sein Ziel verfehlte (49.). Der Spieler war es dann auch, der nach einer Vorarbeit von Superstar Zlatko Ibrahimovic per Hechtkopfball den Ausgleich herstellte (56.). Es begannen Minuten des Bangs, denn nun wankte das ÖFB-„Schiff“ gewaltig. Doch „Kapitän“ Almer behielt den Überblick, brachte mit seinen Rettungstaten sowohl Ibrahimovic – allein vor Almer (59.) – und Svensson (67./Schuss) zur Verzweiflung. Bei einer Freistoß-Granate von Ibrahimovic hatte er Glück..

Und dann ist es doch der schwedische „Pirat“, der Österreichs WM-Traum zerstörte. Weltklasse, wie Ibrahimovic einen Flankenball mit rechts annahm und dann mit links an Almer vorbei ins lange Eck schlenzte (86.).

Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt, konnten die Leistung in der zweiten aber nicht bestätigen.

marcel koller, teamchef

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