Die große Sause muss noch warten

Sport / 13.10.2013 • 17:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Perfekte Dominanz. Sebastian Vettel feierte in Suzuka seinen fünften Sieg in Folge. Foto: ap
Perfekte Dominanz. Sebastian Vettel feierte in Suzuka seinen fünften Sieg in Folge. Foto: ap

Sebastian Vettel gewann den Großen Preis von Japan vor Teamkollege Mark Webber.

formel 1. Am Ende wurde es nichts mit der großen WM-Sause in Suzuka. Sebastian Vettel leistete beim Großen Preis von Japan in seinem Red Bull Runde für Runde Schwerstarbeit, belohnte sich mit dem neunten Saisonsieg – auf die erfolgreiche Titelverteidigung muss er dennoch mindestens zwei weitere Wochen warten. Denn „Spielverderber“ Fernando Alonso schob die Entscheidung mit seinem vierten Platz im Ferrari noch einmal auf. Es ist aber wohl nur eine Gnadenfrist für den stolzen Spanier, denn Vettel reicht beim viertletzten Saisonrennen am 27. Oktober in Indien angesichts von 90 Punkten Vorsprung bereits ein fünfter Platz zum vierten Titel in Folge.

Sieg war kein Schaulaufen

Für Vettel war die geplatzte Party kein Problem. Der dreimalige Champion hatte ohnehin nicht an den vorzeitigen Titelgewinn gedacht. „Ich war viel zu beschäftigt damit, das Auto bis zur Ziellinie zu bringen“, sagte der 26-Jährige mit noch immer leicht zittriger Stimme. „Da war alles dabei, was dabei sein konnte, so sehen die perfekten Rennen aus.“ Entsprechend euphorisch hatte der Deutsche bei der Zieldurchfahrt seinen „ersten“ Platz in der Landessprache gefeiert: „Ichiban, ichiban!“, brüllte er in den Boxenfunk und bedankte sich auf dem Podest für die Unterstützung bei seinem erklärten Lieblingsrennen: „Japan haut mich jedes Mal weg, ich bin überwältigt.“

Doch sein vierter Sieg in Suzuka seit 2009 war kein Schaulaufen wie in den vergangenen Wochen, nach Startplatz zwei und Problemen in der ersten Rennhälfte hatte sich Vettel an die Spitze arbeiten müssen. Trotz der komfortablen Situation gibt Vettel weiter den Mahner. „Wir haben natürlich einen tollen Vorsprung, aber es ist nicht zu Ende, bevor es zu Ende ist“, sagte er gewohnt zurückhaltend. Alonso wurde da schon deutlicher. „Es ist doch nur eine Frage der Zeit“, sagte der 32-Jährige. „Selbst wenn Sebastian zu den letzten vier Rennen nicht antritt, müsste ich schon alle gewinnen.“ Auch der Asturier hatte allerdings zum spannenden Rennen beigetragen, das die Formel-1-Fans für viele langatmige Momente in den vergangenen Monaten entschädigte. Den 35. Sieg seiner Karriere hatte Vettel am Ende vor Teamkollege Mark Webber und Lotus-Pilot Romain Grosjean ins Ziel gefahren.

Webber fuhr als Erster los

Bei wolkenfreiem Himmel und Temperaturen um 25 Grad waren die Autos nach einer Schweigeminute für die verstorbene frühere Test­pilotin Maria de Villota in die Startaufstellung gerollt. Erstmals seit Ende August stand Vettel dabei nicht auf der Poleposition, die hatte Teamkollege Webber erkämpft.

Als dann die roten Ampeln erloschen, stand jedoch kein Red-Bull-Pilot im Rampenlicht. Lotus-Fahrer Grosjean legte einen perfekten Start hin und setzte sich vor Webber und Vettel an die Spitze. „Ein furchtbarer Start war das“, sagte Vettel. Denn Mercedes-Pilot Lewis Hamilton touchierte beim Versuch, ebenfalls an Vettel vorbeizugehen, dessen Frontflügel. Während den Engländer die dabei erlittene Beschädigung wenig später zur Aufgabe zwang, blieb es für Vettel bei einem Schreckmoment.

Vettel drehte nun zunächst seine Runden auf Rang drei. Im Mittelfeld hatte sich derweil Alonso bereits vom achten auf den fünften Platz verbessert. Nach etwas mehr als der Rennhälfte hatten sowohl Grosjean als auch Webber bereits zwei Mal die Box angesteuert, der Deutsche beließ es zunächst lange bei einem Stopp. Nach 37 Runden ging Vettel ebenfalls in die Box, kam hinter Grosjean als Dritter zurück auf die Strecke – und war gleich deutlich schneller als der Franzose. Schon nach zwei aggressiven Manövern zog Vettel vorbei und ging nun auf die Jagd nach Webber. Zehn Runden vor Schluss kam Webber dann zum Reifenwechsel, und Vettel setzte sich problemlos an die Spitze. Nun ging es nur noch darum, ob Alonso seine Position halten konnte – doch der Spanier fuhr sogar noch auf dem vierten Platz ins Ziel. Vettel war das am Ende egal. Er freut sich auf den Indien-GP, „und auch da fahren wir voll auf Sieg“, sagte der Weltmeister.

Japan haut mich jedes Mal weg, ich bin überwältigt.

sebastian vettel

Formel 1

Serien bei Grand-Prix-Rennen

Siege in Serie Jahr

Alberto Ascari (ITA) 9 1952/53

Michael Schumacher (GER) 7 2004

Michael Schumacher (GER) 6 2000/01

Jack Brabham (AUS) 5 1960

Jim Clark (GBR) 5 1965

Nigel Mansell (GBR) 5 1992

Michael Schumacher (GER) 5 2004

Sebastian Vettel (GER) 5 2013

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