Ein Derby, das nachhaltig wirkt

Sport / 14.10.2013 • 20:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Antti Kauppila und Marco Zorec: Beim Derby zwischen Lustenau und dem Bregenzerwald ging es ans Eingemachte. Foto: stiplovsek
Antti Kauppila und Marco Zorec: Beim Derby zwischen Lustenau und dem Bregenzerwald ging es ans Eingemachte. Foto: stiplovsek

Nachwehen zum Derby zwischen Lustenau und dem Bregenzerwald fallen heftig aus.

eishockey. Ein Spiel mit Emotionen und Sprengkraft. Das erste Ländle-Derby in der International Hockey League zwischen dem EHC Palaoro Lustenau und dem EHC Bregenzerwald (5:4 nach Penaltys) lieferte viel Gesprächsstoff zum „Nochejassa“. Vor allem wegen des Fouls von Marco Zorec an Antti Kauppila gingen die Wogen hoch. Der EHC-Verteidiger war dem Wald-Legionär mit Ende der Verlängerung ins Knie gefahren. „Da steckte keine Verletzungsabsicht dahinter“, ist sich EHC-Obmann Michael Fink sicher. „Ich bin immer noch putzsauer“, ärgert sich sein Gegenüber Guntram Schedler. „Das war Absicht, ganz klar. Ich muss mir die Videos nochmals ansehen, aber wir werden den Eishockey­verband mit dem Fall beschäftigen.“

Die Aktion von Zorec sorgte vor Ort für heftige Reaktionen. Die Trainer Timo Keppo und Henrik Alfredsson gerieten auf der Bank heftig aneinander, forderten sich zum persönlichen Duell: „Er wollte dann aber doch nicht“, sagt Alfredsson. Kauppila, der zum MRI musste, nachdem ihm Wasser aus dem Knie gezogen worden war, entzog Keppo – vor zwei Jahren bei Peliitat in Finnland sein Assistent-Coach – die Freundschaft. Alfredsson spielte den Botschafter: „Ich musste dem EHC-Trainer ausrichten, dass Antti mit ihm nie wieder etwas zu tun haben wolle.“ Schedler beschwerte sich über eine seiner Ansicht nach harte EHC-Gangart: „Zorec und Thomas Auer haben provoziert, es gab ständig Stockschläge gegen das Knie von Kauppila.“ Für Fink „der größte Blödsinn überhaupt. Guntram sollte sich selbst besser im Griff haben. Er hat Flaschen aufs Eis geworfen, wollte auf unseren Trainer losgehen. Er muss sich überlegen, ob er noch auf die Bank gehört.“ Als Problem sah Fink auch die Spielleitung: „Die Partie ist mit Fortdauer immer emotionaler geworden. Und daran ist der Schiedsrichter nicht unschuldig.“

Falsch liegt der EHC Bregenzerwald bei der Beurteilung des vermeintlichen 5:4-Siegtreffers, 16 Sekunden vor Schluss. Die Entscheidung von Referee Oscar Wallner ist auf Seite 35 des IIHF-Regelbuchs gedeckt: Es ist kein Tor zu geben, wenn eine von der Hand des Angreifers gespielte Scheibe vom Torhüter abprallt und dann von einem angreifenden Mitspieler ins Tor geschossen wird.

Auf jeden Fall wird viel Zündstoff ins nächste Derby mitgenommen. Am 27. November kreuzen die beiden Mannschaften in der Messehalle wieder die Klingen. ##Heimo Kofler##

Es wurde sehr emotional. Daran ist der Referee nicht unschuldig.

EHC-Obmann Michael fink

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