„Werkzeuge“ für postives Denken

Sport / 15.10.2013 • 21:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vor dem nächsten Schneekurs nützte Michelle Morik die Trainingsmöglichkeiten im Sportservice in Dornbirn. Foto: VN-Stiplovsek
Vor dem nächsten Schneekurs nützte Michelle Morik die Trainingsmöglichkeiten im Sportservice in Dornbirn. Foto: VN-Stiplovsek

Skifahrerin Michelle Morik kann diesbezüglich von eigenen Erfahrungen berichten.

Sport allgemein. Verletzungen bedeuten nicht immer nur Rückschläge, viele Sportler kommen sogar noch stärker zurück. Neben dem körperlichen Aufbautraining gewann in all den Jahren auch das psychische Element mehr an Bedeutung. Dieser Tatsache trägt man seitens des Sportservice Rechnung und bietet diesen Freitag einen Coaching-Kurs („Psychisches Aufbautraining“) für Übungsleiter an. Beste Erfahrungen diesbezüglich hat auch Skirennläuferin Michelle Morik gemacht. Zwei Kreuzbandrisse im linken Knie – September 2011 und Oktober 2012 – musste die 23-Jährige auch mental „verdauen“. Die VN sprachen mit der Nenzingerin, die seit sechs Jahren von Günter Spiesberger betreut wird, über ihre Erfahrungen im Mentalcoaching.

Gedanken: Im Sport spielt sich so viel im Kopf ab. Mit der körperlichen Fitness kannst du die Leistung immer bringen. Aber wenn die Einstellung im Kopf nicht passt, hast du schon verloren. Diese mentalen Werkzeuge sind erlernbar. Wichtig ist, sie zu verinnerlichen. Sie dann, ohne zu grübeln, im richtigen Moment abzurufen, ist die Kunst. Ziel ist das „Flow-Gefühl“. Ich habe es selbst erlebt, in einer Zeit, als es wirklich nicht gut gelaufen ist. Ich war vom Kopf her am Boden. Da habe ich mir die Bilder in Erinnerung gerufen und meine Zweifel besiegt. Zwei Tage später bin ich dann ein super Rennen gefahren.

Erfahrungen: Schon im VSV haben wir mit Christian Uhl zusammengearbeitet, seit gut sechs Jahren habe ich mit Günter Spiesberger einen eigenen Mentalcoach. Der Beginn der Zusammenarbeit war von viel Theorie gekennzeichnet. Das Problem ist aber nicht die Dauer, bis man in der Materie ist, die größte Gefahr ist vielmehr, dass man allzu schnell wieder vergisst. Deshalb gehört für mich die mentale Arbeit zum normalen Trainingsalltag.

Verletzungen: Eigentlich habe ich beide Kreuzbandrisse im Kopf schnell akzeptiert. Mein Ziel war es, so schnell wie möglich wieder auf den Skiern zu stehen. In mir war stets das Bild meiner Emotio­nen in diesem Moment. Ich weiß: Der Sport ist mein Leben. Ich hatte keine Gedanken daran verschwendet, dass es vielleicht anders sein könnte. In diesen Momenten braucht man auch ein funktionierendes Umfeld, Familie, Freunde. Nach der ersten Verletzung wollte ich mir vielleicht nicht genügend Zeit zugestehen. Daraus habe ich gelernt. Jetzt kann ich sagen, dass ich körperlich topfit bin. Die Arbeit mit Physiotherapeut Manuel Hofer war exzellent. Auch vom Kopf her bin ich frei.

Saison: Die Tage in Neuseeland waren wichtig. Nach zwei Saisonen wieder an einem Start zu stehen, ich war richtig nervös. Erst beim zweiten Start spürte ich das Adrenalin. Die Sölden-Quali kommt für mich zu früh, ich nütze die Zeit zum Trainieren.

Das Niveau im Weltcup ist so hoch, da muss es auch im Kopf absolut passen. Mentale Stärke ist wichtig.

Michelle Morik

Der Coaching-Kurs „Psychisches Aufbautraining“ findet am Freitag (13 bis 21.30 Uhr) im Sportservice in Dornbirn (0 55 72/24 46 54 00) statt. Anmeldungen unter sportservice-v.at

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