Hirscher hat den „Maier-Bonus“

Sport / 18.10.2013 • 21:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Österreichs Skipräsident Peter Schröcksnadel sieht dem Saisonstart optimistisch entgegen. Foto: apa

Österreichs Skipräsident Peter Schröcksnadel sieht dem Saisonstart optimistisch entgegen. Foto: apa

Peter Schröcksnadel lobt seinen Superstar und glaubt an die Stärke des ÖSV-Teams.

ski alpin. In einer Woche legen die Alpinen mit den traditionellen Weltcup-Auftakt-Riesentorläufen in Sölden los. Peter Schröcksnadel, der seit 1990 an der Spitze des heimischen Skiverbands (ÖSV) steht, sprach vor dem Startschuss über seine Erwartungen für die Olympia-Saison.

Marcel Hirscher hat in den vergangenen zwei Saisonen die Alpin-Welt der Herren dominiert, wird sein Siegeszug auch in diesem Winter weitergehen?

schröcksnadel: Marcel ist ein fleißiger Trainierer. Ich nehme nicht an, dass er zurückfällt. Das vorrangige Ziel in diesem Winter ist natürlich Olympia, auf das ist alles ausgerichtet.

Wie beurteilen Sie die Chancen auf seinen dritten Gesamt-Weltcup-Sieg in Folge?

schröcksnadel: Wir wollen uns nicht unnötig vorzeitig unter Druck setzen. Marcel hat aber zweifelsohne wieder das Zeug, den Gesamt-Weltcup zu holen. Das muss auch das Ziel sein, aber so etwas kann man nicht planen, so etwas muss sich ergeben. Die Schwierigkeit ist, dass er nur zwei Disziplinen fährt und da wieder dementsprechend groß punkten müsste. Auch Hannes Reichelt könnte vorne mitmischen, wenn es für ihn in seinen drei Disziplinen nach Wunsch läuft.

Als Superstar genießt Hirscher im ÖSV auch einige Extras wie einen eigenen Trainerstab und einen Pressebetreuer.

schröcksnadel: Das war auch bei Hermann Maier so. Und das ist bei den Skispringern jetzt auch bei Gregor Schlierenzauer so. Diese Vorteile gibt es bei uns dann, wenn man sich das erarbeitet. Diese Leute stehen unter enormem Druck, auch von der Öffentlichkeit und von der Presse her. Deshalb gilt es ein Umfeld zu schaffen, damit sie die Leistungen weiter bringen können. Sonst haben sie keine Chance. Da muss man gut organisiert sein, damit es keinen Einbruch gibt. Das hofft man damit zu vermeiden. Wenn es einen anderen stört, dann kann er ja um zwei Sekunden schneller fahren, dann kriegt er das auch.

Vor einem Jahr hat Ted Ligety die Konkurrenz in Sölden deklassiert, wird er heuer zu biegen sein?

schröcksnadel: Ligety hat uns vergangenes Jahr in Sölden mit drei Sekunden Vorsprung vorgeführt. Zuerst hat er am meisten übers neue Material geflucht, und dann hat er es mit Abstand am besten umgesetzt. Ich hoffe, dass das nicht mehr passiert. Unser Team arbeitet hart daran, damit wir an ihn herankommen. Neben Hirscher wird auch mit Philipp Schörghofer und Marcel Mathis in Sölden zu rechnen sein.

Wie beurteilen Sie die Ausgangslage für den Weltcup bei den alpinen Damen?

schröcksnadel: Marlies Schild ist wieder da, und gesund. Anna Fenninger und Kathrin Zettel sind sowieso stark. Michaela Kirchgasser kann, wenn sie sich konsolidiert, sehr schnell fahren. Und Nicole Hosp kann auch jederzeit aufzeigen. Wir haben eine Reihe von Athletinnen mit guten Möglichkeiten, unsere Damen sind sehr stark im Aufwärtstrend.

Haben Sie eigentlich Sorge, dass der Nationencup nach 24 ÖSV-Siegen in Serie nicht an Österreich gehen könnte?

schröcksnadel: Nein, den werden wir wieder gewinnen, da sind die anderen einfach so weit weg. Für die Öffentlichkeit wird der Nationencup aber lustigerweise erst dann wieder interessant werden, wenn wir ihn einmal nicht gewinnen sollten. So wie zuletzt bei den Skispringern. Welch hohen Stellenwert dieser Preis auch für den Tourismus hat, hat man vor einigen Jahren in der Schweiz gesehen. Da wurden vom Tourismusverband eine Million Franken versprochen, wenn die Schweizer den Cup holen. Denn die Leute im Tourismus wissen: Die Leute wollen dort Ski fahren, wo die stärkste Nation zu Hause ist.

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