Noch kein Plan für die Titel-Party

Sport / 24.10.2013 • 19:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Fan-Ansturm in Noida. Die Autogramme des zweifachen Indien-Siegers Sebastian Vettel sind begehrt. Foto: ap
Fan-Ansturm in Noida. Die Autogramme des zweifachen Indien-Siegers Sebastian Vettel sind begehrt. Foto: ap

Läuft Sebastian Vettels Rennplan wie bisher, kann er in Indien Titel Nummer vier feiern.

formel 1. Auf seiner Expressfahrt zum vierten Titel in Serie lässt Sebastian Vettel die WM-Scheuklappen auf. Zumindest öffentlich will der Formel-1-Dauersieger von Rechenspielen oder vorgezogenen Titel-Sausen auch weiter nichts wissen. „Eine perfekte Party ist immer, wenn man den perfekten Grund dafür hat. Für alles andere lässt sich dann schon sorgen“, erzählte der Red-Bull-Pilot vor seiner wohl letzten Etappe zum vorzeitigen WM-Triumph. „So was sollte sich immer spontan ergeben. Ich bin kein Fan von einem großen Plan.“ Zumindest nicht abseits der Rennstrecke.

Einen ernsthaften Konkurrenten hat das Motorsport-Gewohnheitstier vier Rennen vor Schluss praktisch nicht mehr. 90 Zähler liegt Ferrari-Star Fernando Alonso hinter dem Deutschen. Fährt Vettel am Sonntag als Fünfter über die Ziellinie, knallen die Korken. Auch die höchst unwahrscheinliche Rennabsage wegen Steuerstreits der Organisatoren dürfte den 26-Jährigen nur müde lächeln lassen.

Ein hartes Wochenende wartet

Vettel ist im Titel-Tunnel. „Ich versuche mich damit ehrlich gesagt nicht so sehr zu beschäftigen“, meinte er zum Zahlenspiel. „Es ist nicht wichtig, mir darüber Gedanken zu machen, sondern auf mich selbst zu schauen, auf mein Rennen zu schauen.“ Und da dürfte es nach zuletzt fünf Grand-Prix-Siegen in Serie und neun Saisonerfolgen insgesamt auch am Sonntag bestens aussehen. „Wir genießen die Strecke, aber ich bin mir sicher, es wird ein hartes Wochenende“, sagte Vettel auch mit Blick auf die beiden Indien-Rennen zuvor, die allesamt einen Sieger hatten – ihn. „Ich habe es schon oft gesagt, das Wichtigste für uns ist, dass wir den Titel holen. Es spielt keine wirklich große Rolle, wo und wann.“

Aufregung vor einem Meisterstück, das ihn mit Michael Schumacher, Juan Manuel Fangio und Alain Prost auf eine Stufe stellen würde, lässt Vettel öffentlich nicht zu. „Vorfreude finde ich generell nicht gut“, erklärte Vettel. „Deshalb versuche ich mich auch nicht auf ein spezielles Ergebnis zu konzentrieren, sondern ganz normal auf mein Rennen.“

„Ein bisschen surreal“

In einem Atemzug mit den oben erwähnten Größen genannt zu werden, lässt Vettel aber nicht kalt. Auch wenn er es vor der Horde Journalisten etwas umständlich formulierte. „Ich bin ein großer Fan des Sports und interessiere mich auch für die Geschichte der Formel 1. Ich bin jetzt kein Experte, aber viele Dinge sind mir einfach ein Begriff“, meinte er etwas kokett. „Wenn man manchmal anhält und zurückschaut, ist es schon verrückt, was die letzten Jahre gebracht haben.“ Vermutlich schon bald auch einen Legenden-Status. „Innerlich bin ich da mit Sicherheit nicht angekommen“, beschrieb Vettel das Verhältnis zur Historie seines Sports. „Nicht, dass es mir nichts bedeutet, ich beschäftige mich nur nicht damit.“ Gleichwohl: „Für mich ist es immer noch ein bisschen surreal.“

Wichtig ist der Titel. Aber nicht, wo und wann wir ihn holen.

sebastian vettel

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