„Einer meiner schönsten Tage“

Sport / 27.10.2013 • 21:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Champagner für den Champion: Sebastian Vettel wird von seinen Kollegen Nico Rosberg (l.) und Romain Grosjean groß gefeiert. Foto: reuters
Champagner für den Champion: Sebastian Vettel wird von seinen Kollegen Nico Rosberg (l.) und Romain
Grosjean groß gefeiert. Foto: reuters

Sebastian Vettel sicherte sich beim Indien-GP mit einer Galafahrt den vierten Titel.

formel 1. Sebastian Vettel konnte es gar nicht richtig fassen. Immer wieder schüttelte er den Kopf und nahm anschließend einen großen Schluck aus seiner übergroßen Champagnerflasche. Endlich war er am Ziel. Nach einer weiteren schier unglaublichen Triumphfahrt vor den Toren Neu-Delhis sicherte sich der 26-jährige Deutsche seinen vierten WM-Titel in Serie. „Ich bin überwältigt. Das ist einer der schönsten Tage meines Lebens“, stammelte Vettel hinterher – mit Tränen in den Augen.

Schwer zu begreifen

Nach seinem sechsten Sieg in Serie und dem zehnten der Saison ist Vettel nun Mitglied eines ganz elitären Zirkels: Bisher konnten überhaupt erst drei Fahrer vier oder mehr WM-Titel in der Formel 1 gewinnen: Michael Schumacher (sieben Titel), Juan Manuel Fangio (fünf) und Alain Prost (vier).

„Puhh. Das ist schwer zu begreifen. Es gibt nur drei andere Männer, die das je geschafft haben“, sagte Vettel, der der mit Abstand jüngste Pilot der Geschichte ist, dem dieses Kunststück gelang. „Das kann einem keiner mehr nehmen, deswegen macht es mich unheimlich glücklich.“ Schumacher war bei seinem vierten Titel bereits 32 Jahre alt.

Um 16.34 Uhr Ortszeit machte Vettel seinen weiteren Schritt in Richtung des Formel-1-Olymps perfekt. Anschließend zauberte der völlig entfesselte Dominator dieser Saison nach einer Gala-Fahrt einen sogenannten „Donut“ mit seinem Red Bull mitten auf die Start- und Zielgeraden. Vettel verschwand kurz im Gumminebel, stieg danach auf seinen Wagen und klopfte sich immer wieder stolz auf die Brust. Später streichelte er seine „Hungry Heidi“ liebevoll, küsste sie und kniete sogar vor ihr nieder. Die hungrige Heidi, so der Spitzname seines Red Bulls, hatte den Champion in Greater Noida zum ultimativen Triumph getragen. „Das war meine Art, Danke zu sagen“, erzählte er später. „Das war eine Würdigung an das Team. Sie arbeiten so hart und pushen immer weiter – Wahnsinn.“

Vettel hörte im Moment des Triumphs fast nicht mehr auf zu reden. „Was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben, ist unglaublich“, sagte er, „alles ging so schnell. Ich werde zwar älter, aber ich bin ja noch nicht so alt. Ich muss so vielen Menschen danken.“ Seine Redefluss schien ihm fast peinlich zu sein: „Sorry, aber ich habe vielleicht schon einen sitzen vom vielen Champagner.“

Familie gibt viel Kraft

Außer bei seiner Hungry Heidi bedankte sich Vettel noch rührend bei seiner zweiten großen Liebe – Freundin Hanna. „Meine Familie und sie geben mir so viel Kraft. Die Saison war nicht so einfach, wie es von außen vielleicht aussieht“, sagte Vettel, der mit Hanna schon seit Schulzeiten zusammen ist. „Ich fand es auch nicht leicht, auf dem Siegerpodest nach einigen Grands Prix ausgebuht zu werden. Schließlich hatte ich ja nichts falsch gemacht. Da hat mir meine Freundin sehr geholfen.“

Sorry, aber ich habe vielleicht schon einen sitzen vom vielen Champagner.

sebastian vettel
Ein „Donut“ nach dem Sieg: Sebastian Vettel freut sich mit einer Showeinlage – wofür ihm 25.000 Euro Strafe aufgebrummt wurden. Foto: ap
Ein „Donut“ nach dem Sieg: Sebastian Vettel freut sich mit einer Showeinlage – wofür ihm 25.000 Euro Strafe aufgebrummt wurden. Foto: ap
Rosberg, Grosjean: Ein Hoch auf Weltmeister Vettel. Foto: ap
Rosberg, Grosjean: Ein Hoch auf Weltmeister Vettel. Foto: ap
Klettermaxe Vettel lässt sich von den Fans feiern. Foto: ap
Klettermaxe Vettel lässt sich von den Fans feiern. Foto: ap

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