Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Neue und alte Köpfe

Sport / 30.10.2013 • 20:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Schweizer Zeitung „Blick“ wusste es schon am Dienstag: Koller gibt der Schweiz einen Korb und bleibt in Österreich. Dass die auf blick.ch veröffentlichte Geschichte eigentlich nicht erscheinen sollte, stellte sich erst später heraus. Es folgte umgehend eine Entschuldigung seitens der Zeitung. „Unsere Redaktion hat zwei Varianten vorbereitet. Einen Text für die Zusage zur Schweiz und einen Text für die Absage . . .“ Inzwischen wurde die Meldung von der Realität überholt – und der „Blick“ sollte recht behalten. Marcel Koller hat sich für Österreich und gegen sein Heimatland entschieden.

Emotional möglicherweise eine nicht nachvollziehbare Entscheidung, doch nüchtern betrachtet gibt es doch ein paar Gründe. Der Schweizer hat in den zwei Jahren seiner Tätigkeit als Teamchef die österreichischen Fußballherzen erobert, Österreichs Verband hat finanziell den Vertrag stark aufgebessert, und die aktuelle FIFA-Weltrangliste birgt mehr Verbesserungspotenzial für das ÖFB-Team (Rang 53) in sich als für die „Nati“ der Eidgenossen (7.).

Auf Potenzial zur Neugestaltung und auf neue Ideen ist man auch in der Bundesliga angewiesen. Zumal mit tipp3 und T-Mobile der Liga wohl die wichtigsten Geldgeber – abseits der TV-Anstalten – abhanden kommen werden. In diesem Zusamenhang rückt auch die anstehende Wahl zum Präsidenten in ein neues Licht. Zumal der Name Karlheinz Kopf wieder öfters genannt wird. Zeit bleibt nicht mehr viel, da bis zum 8. November die Kandidatenliste für die Wahl am 6. Dezember vorliegen muss. Fakt ist, dass der Steirer Hans Rinner sich der Wiederwahl stellt, aber zuletzt bei der Erste-Liga-Tagung in Sachen Wahlwerbung „schwänzte“. Fakt ist auch, dass es mehrere Klubs gibt, die in Kopf (56) den richtigen Mann sehen. Fakt ist zudem, dass dessen neue Funktion als Zweiter Nationalratspräsident Raum für neue Spekulationen lässt. Ungeklärt aber ist, ob die Erste Liga dann, wie bislang immer, auch in einer „Causa Kopf“ Einigkeit demonstrieren würde.

christian.adam@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-211

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