Shiffrin fährt in einer eigenen Liga

Sport / 14.01.2014 • 22:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nicht fehlerfrei, aber trotzdem Siegerin: Mikaela Shiffrin konnte beim Nachtslalom in Flachau keine das Wasser reichen. Foto: ap
Nicht fehlerfrei, aber trotzdem Siegerin: Mikaela Shiffrin konnte beim Nachtslalom in Flachau keine das Wasser reichen. Foto: ap

Amerikanerin gewann wie im Vorjahr den Slalom in Flachau – Kirchgasser auf Rang fünf.

ski alpin. Mikaela Shiffrin hat sich in Flachau als Gewinnerin des Nachtslaloms der Damen ihr nächstes Krönchen abgeholt, gleichzeitig hat sich die 18-Jährige die Last der Topfavoritin für Olympia umgeschnallt. Die Halbzeit­dritte Marlies Schild fiel nach einem Steher zurück, beste ÖSV-Dame wurde vor 14.300 Zuschauern Michaela Kirchgasser auf Rang fünf.

Vorsprung verwaltet

Mit 0,90 Sekunden Vorsprung auf Maria Höfl-Riesch und je 1,09 auf Marlies Schild und Frida Hansdotter war Shiffrin in das Finale gegangen. „Ja, das ist viel Vorsprung. Ich wollte, dass die Tore schnell daherkommen, vielleicht lasse ich die Ski einfach ein bisschen mehr gehen. Und wenn man keinen Fehler macht, kann man schon mal eine Sekunde herausholen“, beschrieb der Schützling von Trainer Roland Pfeifer seine beeindruckende Vorstellung.Bei leichtem Schneefall machte sie dann ein paar kleinere ­Fehler, verwaltete aber den Großteil des Vorsprungs und setzte sich vor den Schwedinnen Hansdotter (+0,83 Sek.), die zum achten Mal im Weltcup Zweite wurde (kein Sieg, kein dritter Platz), und Maria Pietilä-Holmner (1,14) sowie Höfl-Riesch (1,40), Kirchgasser (1,55) und Nicole Hosp (1,99) durch. „Eigentlich wollte ich den Vorsprung noch vergrößern, aber dann habe ich mir gesagt, schau einfach, dass du drinnen bleibst.“

Shiffrin ist die erst dritte Läuferin nach Perrine Pelen und Janica Kostelic, die sieben Slaloms gewonnen hat, noch ehe sie den 19. Geburtstag gefeiert hat. Dass sich die Weltmeisterin auf allen Hängen wohlfühlt, zeigt eine andere Statistik. Zum ersten Mal gewann sie an einem Ort zum zweiten Mal, als „Snow Space Princess“ kassiert sie 43.750 Euro Preisgeld, mit insgesamt 125.000 Euro war es der höchstdotierte Slalom des Winters.

Schild ging Risiko

Marlies Schild musste im Finale volles Risiko gehen, verzeichnete einen Steher und fiel von 3 auf 26 zurück. „Es war noch gerader gesetzt. Ich musste alles riskieren“, sagte sie dann am Ende – wenig erfreut über die Kurssetzung.„Es geht bergauf, ich traue mir jetzt wieder viel mehr zu“, jubelte Kirchgasser, die sich vor Shiffrin verneigte. „Wir fahren in der zweiten Liga, das muss man ganz einfach sagen, die Kleine ist ein Wahnsinn!“

Kathrin Zettel landete auf dem achten Rang. Bernadette Schild (11.) hatte sich für das Heimrennen mehr erwartet, sie kam zweimal nicht fehlerfrei ins Ziel, darf aber für Russland packen. Überglücklich war Carmen Thalmann über Rang 13, nachdem sie dreimal die Qualifikation für Lauf zwei verpasst hatte.

Wir fahren in der zweiten Liga, die Kleine ist ein Wahnsinn.

Michaela Kirchgasser