Tränenreiche Tennis-Triumphe

Sport / 09.06.2014 • 21:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Maria Scharapowa strahlt vor dem Eifelturm: Ihre letzten 20 Dreisatzspiele auf Sand hat sie gewonnen, darunter das Finale in Paris. Foto: apa
Maria Scharapowa strahlt vor dem Eifelturm: Ihre letzten 20 Dreisatzspiele auf Sand hat sie gewonnen, darunter das Finale in Paris. Foto: apa

„König“ Rafael Nadal und „Zarin“ Maria Scharapowa erobern Paris.

tennis. In der Stunde des Sieges zeigten die großen Champions große Gefühle: Rafael Nadal und Maria Scharapowa konnten nach dem Gewinn der French-Open-Titel ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. „Ich war überwältigt von meinen Emotionen. Diese Momente sind immer sehr speziell, denn du weißt nie, wie oft du noch ganz oben stehen wirst“, sagte der 28-Jährige nach dem 3:6, 7:5, 6:2, 6:4 im Finale gegen seinen Erzrivalen Novak Djokovic (Nr. 2). Der Serbe muss damit wie einst (vergeblich) sein Coach Boris Becker weiter auf den ersten Titel in Roland Garros warten, der ihm als einziger noch in seinem Grand-Slam-Portfolio fehlt.

Der Traum ist wahr geworden

Auch Scharapowa wusste nicht, wohin mit ihren Gefühlen, nachdem die Kuh endgültig vom Eis war. „Das ist der Moment, von dem ich jeden Tag geträumt habe. Der Traum ist wahr geworden. Es war mein emotionalster Sieg in meinem härtesten Finale“, sagte Scharapowa nach dem 6:4, 6:7 (5:7), 6:4 gegen Simona Halep (Nr. 4) in einem der hochklassigsten Major-Endspiele seit Jahren, das sich über 3:02 Stunden zog.

Bei „Nadal, dem IX. von Frankreich“ (El Mundo) verschwanden dagegen in seinem Reich am Bois de Boulogne die letzten Zweifel nach einer bis dato sehr durchwachsenen Aschesaison und zuletzt vier Niederlagen in Serie gegen Djokovic. „Dieser Sieg war sehr bedeutsam für mich. Ich war müde, habe gelitten, aber am Ende doch Lösungen gefunden“, sagte Nadal. Im Finale musste er hart für seinen 35. Sieg in Folge und den 66. Erfolg im 67. Match in Paris seit 2005 kämpfen. Beim Posen für das Siegerfoto wurde der Linkshänder von Krämpfen gequält, Kraft genug für seinen obligatorischen Biss in die vom sechsmaligen French-Open-Champion Björn Borg überreichte Musketier-Trophäe hatte er dennoch.

Auf die Macaroons verzichtet

Auch Scharapowa (27) herzte ihren Siegerpokal wie ein Baby und wollte die ganze Welt umarmen. In den Tagen von Paris hatte die Russin, die in der vergangenen Saison fünf Monate wegen einer Schulter-Verletzung pausieren musste, nichts dem Zufall überlassen – und sogar die Champs-Élysées gemieden. „Es gab einen Grund, warum ich nicht einmal shoppen war und nicht viele Macaroons gegessen habe.“ Der Titel bei den French Open hat für „La Schara“ einen besonderen Stellenwert. Kein Wunder: Auf der roten Asche hatte sich die auf den US-Hartplätzen aufgewachsene Russin lange so hilflos gefühlt „wie eine Kuh auf dem Eis“.

Ich habe gelitten, aber am Ende doch Lösungen gefunden.

rafael nadal
Von Emotionen überwältigt: Rafael Nadal nach seinem neunten Finalsieg bei den French Open in Paris. Foto: ap
Von Emotionen überwältigt: Rafael Nadal nach seinem neunten Finalsieg bei den French Open in Paris. Foto: ap

Tennis

French Open in Paris (25,018 Mill. Euro)

Internet: www.rolandgarros.com

» Herren, Finale: Nadal (ESP/1) – Djokovic (SRB/2) 3:6, 7:5, 6:2, 6:4.

» Herren, Doppel, Finale: Benneteau/Roger-Vasselin (FRA/11) – Granollers/Lopez (ESP/12) 6:3,7:6(1).

» Damen, FInale: Scharapowa (RUS/7) – Halep (ROM/4) 6:4, 6:7(5), 6:4.

» Damen, Doppel, Finale: Hsieh Su-Wei/Peng Shuai (TPE/CHN/1) – Errani/Vinci (ITA/2) 6:4, 6:1.

» Junioren, Finale: Rublew (RUS/4) – Antoni Munar Clar (ESP/7) 6:2, 7:5.

» Juniorinnen, Finale: Kasatkina (RUS/8) – Jorovic (SRB/1) 6:7(5), 6:2, 6:3.

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