„Bombenstimmung“ bei den Kroaten vor WM-Auftaktspiel

Sport / 10.06.2014 • 20:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Wechselgerüchte um Bayern-Goalgetter Mario Mandzukic sorgen für Unruhe im kroatischen Nationalteam vor dem morgigen Eröffnungsspiel gegen Brasilien. Fotos: gepa
Die Wechselgerüchte um Bayern-Goalgetter Mario Mandzukic sorgen für Unruhe im kroatischen Nationalteam vor dem morgigen Eröffnungsspiel gegen Brasilien. Fotos: gepa

Gesperrter Mandzukic sorgt für Unruhe – Josip Simunic fällt komplett aus.

Fussball. Der angebliche Bombenalarm im „Campo de Croatia“ vor dem WM-Eröffnungsspiel passte ins Bild. Aufregung und Unruhe herrschen bei der kroatischen Nationalmannschaft, die ihre volle Konzentration eigentlich auf die morgige Partie in São Paulo (22.00 Uhr/ORFeins) gegen Gastgeber Brasilien richten sollte. Doch der Rummel um Mario Mandzukic und Josip Simunic macht Trainer Niko Kovac einen dicken Strich durch die Rechnung.

Wie gereizt die Stimmung bei den Kroaten ist, zeigte die schroffe Reaktion auf die Bombenalarm-Meldungen. Der Verband HNS verurteilte die Berichte kroatischer Medien als Sensationshascherei. „Es gab keinen Bombenalarm, sondern eine Routineuntersuchung der Sicherheitskräfte. Es gab kein unterbrochenes Training, weil die Mannschaft zu dem Zeitpunkt gar nicht trainiert hat. Und auch die Pressekonferenz begann nicht mit Verspätung“, hieß es in einer Mitteilung.

Gedanklich nicht angekommen

Doch die Bemühungen des Verbandes, der Öffentlichkeit eine planmäßige Vorbereitung auf das Eröffnungsspiel zu suggerieren, wurden prompt durch den eigenen Star torpediert, als ob die Sperre Mandzukics für die erste Partie und der WM-Ausschluss von Simunic als Folge des Faschismus-Skandals in der Qualifikation nicht schon für genug Ärger gesorgt hätten.

Mandzukic machte in einem Interview deutlich, dass er mit seinen Gedanken derzeit nicht bei der Endrunde ist. Die geäußerten Wechselabsichten des Stürmers von Rekordmeister Bayern München und die damit verbundenen Spekulationen über die Zukunft des 28-Jährigen sind genau die Ablenkungen, die ein Nationaltrainer bei einer WM gar nicht gebrauchen kann. „Natürlich wäre es mir lieber, wenn es vor der WM erledigt wäre“, hatte Kovac mit Blick auf die Zukunftsplanungen seines Angreifers zuletzt gesagt. Doch nun dürfte das Wettbieten um Mandzukic erst so richtig losgehen.

Arsenal, Chelsea oder Juventus

Der Stürmer, der 2012 für zwölf Millionen Euro vom VfL Wolfsburg nach München kam und dort in 88 Pflichtspielen 48 Tore erzielte, könnte in die englische Premier League oder die italienische Serie A transferiert werden. Der FC Arsenal, der FC Chelsea und Juventus Turin sollen interessiert sein, rund 25 Millionen Euro könnten die Bayern wohl erlösen. Das Aus bei den Münchnern ist für Mandzukic besiegelt – trotz eines laufenden Vertrags bis 2016. „Mir sagt der Stil, den Guardiola bei Bayern spielen lässt, einfach nicht zu“, sagte der Kroate.

Den Stil von Simunic muss bei der Endrunde zum Glück niemand ertragen. Als letzte Instanz hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS den Einspruch gegen die Strafe des Weltverbands FIFA zurückgewiesen. Simunic hatte nach der WM-Quali durch den Sieg gegen Island über das Stadion-Mikrofon die Parole „Za Dom – Spremni!“ gerufen. Der umstrittene Ustascha-Gruß heißt übersetzt: „Für die Heimat – bereit!“.

München war fantastisch, aber jetzt ist es Zeit für neue Heraus­forderungen.

mario mandzukic
Die Wechselgerüchte um Bayern-Goalgetter Mario Mandzukic sorgen für Unruhe im kroatischen Nationalteam vor dem morgigen Eröffnungsspiel gegen Brasilien. Fotos: gepa
Die Wechselgerüchte um Bayern-Goalgetter Mario Mandzukic sorgen für Unruhe im kroatischen Nationalteam vor dem morgigen Eröffnungsspiel gegen Brasilien. Fotos: gepa

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