„Mein WM-Favorit ist Argentinien“

Sport / 10.06.2014 • 21:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Fussball. Als Fußballfan freue ich mich auf den Start, als Trainer schaue ich bei den Spielen in gewissen Situatio­nen schon einmal genauer hin.

Sehr gespannt bin ich schon darauf, wie die Spieler auf die unterschiedlichen Klimazonen reagieren. Und das nach einer langen Saison, die gerade bei europäischen Nationen viele Ausfälle nach sich zog. Somit ist das Klima mit eine große Herausforderung, vor allem für die medizinischen Abteilungen der Nationalteams.

In taktischer Hinsicht erwartete ich mir vom Turnier eine Tendenz zu mehr Sicherheitsfußball. Indirekt ist das für mich auch eine Auswirkung bezüglich der Fitness der Spieler zum Ende einer langen Fußballsaison. Denn eine offensive Spielweise verlangt viel Laufarbeit. Es würde mich gar nicht wundern, wenn Teams, die nicht so sehr auf Spieldominanz aus sind, sogar mit einer Fünfer-Abwehrkette agieren. Das Mourinho-System, tief am eigenen Strafraum mit einer 4-1-4-1-Taktik zu agieren, werden wir in Brasilien wohl öfters sehen.

Entscheidend aber wird nicht nur die taktische Ausrichtung sein, sondern vielmehr die Ausführung dessen. Bestes Beispiel ist die Niederlande. Das 4-3-3 wird in der Rückwärtsbewegung schnell ein 5-3-2, um so die Schwächen im Defensivverhalten zu minimieren. Persönlich hoffe ich natürlich, dass offensiv-orientierte Mannschaften wie Deutschland, Brasilien oder die Niederlande ganz weit kommen.

Damit wären wir schon bei der Frage nach dem WM-Favoriten. „Die üblichen Verdächtigen“, könnte ich sagen. Aber ich lege mich hier fest: „Argentinien wird Weltmeister.“

Duell Südamerika gegen Europa

Warum sind die Argentinier für mich der WM-Favorit? „Weil das System Messi nun auch in der Nationalmannschaft greift. Weil er nun wie in Barcelona das richtige Umfeld hat, weil die Qualität der Mitspieler höher ist als noch vor vier Jahren.“

Brasilien hat ein Team mit einer großen Ansammlung von tollen Einzelspielern. Dazu ein guter Trainer, aber der Druck zu Hause ist enorm. Man wird sehen, wie die Spieler damit umzugehen wissen. Uruguay sollte man ebenso beachten, zudem haben auch die Mannschaften aus Afrika oder Asien wie die Elfenbeinküste, Ghana oder Japan den Abstand zur Spitze verringert.

Die große Konkurrenz für die Südamerikaner aber sind die europäischen Top-Nationen, angeführt von Spanien. Es wird dabei interessant sein, wie sich das Team noch einmal motivieren kann und ob sie nach all den Jahren ihrer Dominanz im Kopf noch frisch sind. Deutschland hat ein paar „Baustellen“, und so wird viel davon abhängen, ob die Spieler rechtzeitig topfit werden. Dazu gesellen sich Nationen wie Frankreich, Italien und auch Belgien, das über eine starke Mannschaft verfügt. Meine Heimat Niederlande vergesse ich auch nicht, vor allem die Offensive mit van Persie, Robben und Sneijder ist vom Feinsten.

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