„Tudo bom“ soll es auch am Ende in Brasilien heißen

Sport / 11.06.2014 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Fußball. Der portugiesische Ausdruck „Fofoca“ wird hier in Brasilien sehr gerne für Klatsch im Allgemeinen gebraucht. Besonders beliebt ist natürlich der Fußballklatsch. Die Brasilianer lieben es, über Fußball zu diskutieren, oft sehr objektiv, aber oft auch ein wenig ironisch oder mit einem Anflug von Zynismus.

Derzeit streiten die Menschen über den Druck, der auf Messi oder Neymar liegt. Falcão, Brasiliens Ex-Star der 82-er-Mannschaft, und seine Expertenrunde im Fox-Fußball fasste es sehr gut zusammen: Neymar hat weniger Druck, weil er Spieler wie Hulk, Oscar, Marcelo oder Dani Alves neben sich hat. Die individuelle Klasse der Seleção liegt für ihn einfach über allen anderen Mannschaften. Vor allem das teuerste Innenverteidiger-Duo der Welt mit Thiago Silva und David Luiz ist weit über jenem anzusiedeln, das Argentinien zu bieten hat. Selbst ein Mario Kempes hat seine Zweifel an der Klasse seiner Landsleute offen kundgetan. Nicht zu vergessen ist der Spaßfaktor, der für Neymar so wichtig ist. Er ist in seinem Land, spielt mit seinen Landsleuten, hier fühlt er sich wohl.

Insgesamt hat die Stimmung bei uns total umgeschlagen. Die Menschen bejubeln die Teams, überall sind Drogba- oder Et’o-Fans zu sehen. Die Freude an der WM wird spürbar täglich größer. Die Leute auf der Straße sehnen sich den WM-Titel herbei und hoffen inbrünstig auf ein frühes Aus von Erzrivale Argentinien.

Wichtig: Gespräche fangen bei uns nicht mit Guten Tag oder Guten Abend an – sondern schlicht und knapp mit „Tudo bom?“. „Alles Gut?“ will der Fragende wissen und die Antwort ist vorprogrammiert: „Tudo bom!“ („Alles gut!“) oder noch kürzer „Tudo“ („Alles“). Und wenn man sich super fühlt, dann „Tudo beleza“. Sollte der Angesprochene Wert auf Etikette legen, dann bitte „Bom dia“. „Guten Tag“ gilt bis 12 Uhr Mittags, danach lautet die Begrüßung „Boa tarde“ und so gegen 19 Uhr geht man schon zu „Boa noite“ über. Weniger förmlich ist die Begrüßung unter Freunden: In Brasilien heißt das „Hi“ einfach nur „Oi“.

„Tudo bom“ wollen die Brasilianer auch am Ende der WM sagen, auch wenn die Beweggründe der normalen Bevölkerung andere sind als jene der Politiker.

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