Spanien will den „Goldschatz“ behalten

Sport / 12.06.2014 • 20:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für Oranje-Coach Louis van Gaal ist Arjen Robben der „Unersetzliche“. Im neuen 5-3-2-System soll er als zweite Spitze für Tore sorgen. Foto: ap
Für Oranje-Coach Louis van Gaal ist Arjen Robben der „Unersetzliche“. Im neuen 5-3-2-System soll er als zweite Spitze für Tore sorgen. Foto: ap

Neuauflage des Finales 2010 zwischen WM-Titelverteidiger Spanien und den Niederlanden.

fussball. Beim Rückblick auf das WM-Märchen 2010 geriet selbst der sonst so stille Andrés Iniesta (30) ins Schwärmen. „So ein Tor macht man nur einmal“, urteilte der Edeltechniker vor der Final-Neuauflage gegen die Niederlande. Mit seinem spektakulären 1:0 in der Verlängerung hatte der Mittelfeld-Star des FC Barcelona Spanien in Südafrika den erstmaligen Titel-Triumph beschert.

Spanien mit Stoßstürmer

Aber der Knaller Spanien gegen die Niederlande hat es noch aus anderen Gründen in sich: Noch nie in der 84 Jahre alten Geschichte der Fußball-WM trafen der Titelverteidiger und der Vizechampion schon im ersten Gruppenmatch aufeinander. Dass der Verlierer dieser Schlüsselpartie gleich gehörig unter Druck gerät, steigert den sportlichen Reiz gewaltig, zumal beide Top-Teams erneut zum Kreis der Titelkandidaten gehören. Eine weitere spannende Frage ist, ob sich das spanische „Tiki-taka“ mit der neuen Variante durch den klassischen Stoßstürmer Diego Costa oder die quantitativ reduzierte Oranje-Offensive mit dem neuen 5-3-2-System durchsetzen kann. Interessant ist zudem, dass in der wahrscheinlichen Startformation bei Spanien noch acht Weltmeister, bei den Niederlanden hingegen nur noch vier „Verlierer“ stehen werden.

Robben in Top-Form

Arjen Robben dagegen erlebte 2010 sein WM-Trauma. Jetzt ist der Bayern-Star in der Form seines Lebens – und bereit, um mit Südafrika abzuschließen. Diese eine verdammte Szene aus dem WM-Finale 2010, sagte Robben erst vor wenigen Tagen, „sucht mich noch immer heim“. Die verpasste Chance in der 62. Minute des Endspiels gegen Spanien, als er alleine auf Torhüter Iker Casillas zulief und scheiterte, „ist ein Film in meinem Kopf geworden. Einer, der sich immer und immer wieder abspielt“, gesteht der 30-Jährige.

„Ich habe in den vergangenen beiden Jahren viel mit Arjen über diese Szene gesprochen, das war ein harter Schlag für Holland – und für ihn“, sagt Robbens Münchner Klubkollege Javi Martínez. Der Spanier weiß, wie sehr die Sache in Robben gärt – und warnt deshalb vor seinem Freund: „Er ist stark bei Kontern und geht in die Lücken, wir müssen ihn kontrollieren.“ Robben ist in Top-Form und angesichts der chronischen Beschwerden von Sturmpartner Robin van Persie der Torgarant des WM-Zweiten. Robbens unbändiger Ehrgeiz war in den vergangenen Tagen beim Training der Elftal mal wieder zu bestaunen.

Ich habe vergessen, wie oft ich dieses Tor, mit dem wir die WM gewonnen haben, angeschaut habe.

Andrés Iniesta

FIFA Fußball-WM 2014

Gruppe B

Spanien – Niederlande heute

Salvador, Arena Fonte Nova, 21 Uhr, SR Rizzoli (ITA)

Chile – Australien heute

Cuiabá, Arena Pantanal, 24 Uhr, SR Doue (CIV)

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