Kings feiern den zweiten Stanley Cup

Sport / 15.06.2014 • 23:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Anze Kopitar ist bei Los Angeles das Um und Auf – der Slowene war mit 26 Punkten auch der beste Play-off-Akteur. Foto: ap
Anze Kopitar ist bei Los Angeles das Um und Auf – der Slowene war mit 26 Punkten auch der beste Play-off-Akteur. Foto: ap

Los Angeles denkt schon über den dritten Titelgewinn in der NHL nach.

eishockey. Mit einer Parade wird heute in Los Angeles der Stanley-Cup-Sieg gefeiert. Ihren zweiten NHL-Titel sicherten sich die Kings im Duell mit den New York Rangers und erwiesen sich dabei als Meister der Moral. Und ihre Sehnsucht nach Erfolgen ist noch längst nicht gestillt.

Kaum hatten die Los Angeles Kings in Hollywood-Manier zum zweiten Mal den Stanley Cup geholt, dachten sie schon an den dritten Coup. „Wir wollen ihn nächstes Jahr noch einmal gewinnen“, erklärte Verteidiger Drew Doughty, einer der Leistungsträger des Siegerteams, schon als die Party seiner Mitspieler auf dem Eis gerade im vollen Gange war. „Wir haben dafür die richtigen Leute im Team.“ Enthusiastisch äußerte sich der 24 Jahre alte Olympiasieger nach dem entscheidenden vierten 3:2-Sieg gegen die New York Rangers zum Triumph, sein Blick schien aber auch ein wenig die Strapazen wiederzuspiegeln.

Ein Sieg der Moral

Die zweite Meisterschaft von Los Angeles nach 2012 in der NHL war ein Sieg der Moral. „Ich weiß nicht, ob jemand den Charakter dieses Teams beschreiben kann“, meinte Anze Kopitar, der mit fünf Toren und 21 Assists zum Topscorer der Playoffs avanciert war. „Wir haben immer an uns geglaubt.“ Und sich so aus schier aussichtslosen Situationen befreit. Immer wieder kämpften sich die Kings nach Rückständen zurück, immer wieder erwiesen sie sich als Meister der Krimis.

Einmal mehr strapazierten die Kings die Nerven der Zuschauer bis zum Zerreißen. Knapp 95 Minuten hatte Los Angeles benötigt, ehe Alec Martinez die 18.713 Zuschauer im ausverkauften Staples Center im Sudden Death der zweiten Verlängerung in einen kollektiven Rausch versetzte. „Ich hatte einen Blackout. Ich kann mich nicht mehr erinnern“, bekannte der überglückliche Torschütze. Er wisse nur noch, dass seine Teamkameraden über ihn herfielen, als er den Abpraller im Kasten von Henrik Lund­qvist untergebracht hatte. „Mir blieb die Luft weg“, berichtete der Verteidiger. „Es war ein unglaublicher Moment.“

Sechs Mal um die Existenz

So endete die Best-of-Seven-Finalserie mit 4:1 nur scheinbar klar, allein in drei Spielen rangen die Kings die Rangers erst in der Verlängerung nieder. Der Weg von Los Angeles zum Titel ist eine Geschichte, die sportliches Heldentum begründet. Die NHL selbst nannte es einen Hollywood-Mehrteiler. Nicht weniger als sechs Spiele gewannen die Kalifornier, in denen sie bei einer Niederlage ausgeschieden wären. „Jeder Cup ist einzigartig. Mein Gott, wir haben ihn verdient“, sagte Stürmer Justin Williams stolz. Mit einer Meisterparade werden sich die Kings nun durch Los Angeles hofieren lassen. Fürs Feiern wird die Kraft reichen, Kapitän Dustin Brown räumte aber auch ein: „Ich bin emotional erschöpft wie nie zuvor.“

Ich weiß nicht, ob jemand den Charakter dieses Teams beschreiben kann.

anze kopitar

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