Klein, aber nicht nur fein, sondern auch Spitze

Sport / 22.06.2014 • 19:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Fussball. Der zweifache Weltmeister Uruguay hat gerade einmal 3,3 Millionen Einwohner. Aber das Land hat im internationalen Fußball schon immer eine Nationalmannschaft mit Tradition, die auch Titel gewinnt. Niemand macht sich eigentlich Gedanken darüber, warum die Urus so gut sind, und das bei der geringen Einwohnerzahl.

Costa Rica, der „Riesentöter“, wie ich die Mannschaft nach dem ersten Sieg nannte, bestätigte nun mit dem historischen Sieg gegen Vierfach-Weltmeister Italien ihr Können. Das Team aus dem Land ohne Militär hat zwar keine Tradition, spielt aber einen herzerfrischenden, dynamischen, ballsicheren und selbstbewussten Fußball – und wir hier in Brasilien finden das einfach nur „Spitze“. Das schöne Land in Mittelamerika kommt mit 4,5 Millionen Einwohnern auch gerade mal auf die Hälfte von Österreich. Kroatien (4,2 Millionen) und Bosnien-Herzegowina (3,8) gehören bei der WM – in punkto Bevölkerung – zu den „Kleinen“. Nur die Schweiz, bei den Fußball-Großereignissen zuletzt fast immer dabei, ist annähernd mit unserer Alpenrepublik zu vergleichen. Wir Österreicher aber sind seit 16 Jahren nicht mehr bei einer WM-Endrunde dabei. Die 78er-Mannschaft ist schon lange in Pension gegangen und vom Wunderteam und der 54er-Nationalelf wissen heute nur mehr wenige Leute zu berichten.

Was sind die Gründe dafür? Schwer zu sagen, zumal man auch weiß, dass es aufgrund der enormen Dichte an Nationen in Europa schwer ist, sich für ein Turnier zu qualifizieren. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt, zumal auch die Bundesliga nicht so schwach ist, wie man sie oft macht. Der österreichische Fußball ist „in“ im Ausland, gerade auch in Deutschland.

So hoffe ich, dass ich hier in Brasilien die Fragen, ob denn unsere Auswahl bei der WM oder EM dabei ist, in Zukunft nicht wieder mit einem, „leider wieder nicht dabei“, sondern mit einem kurzen und stolzen „Ja“ beantworten kann.

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