Luis Suárez droht eine lange Sperre

Sport / 25.06.2014 • 22:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Italiens Verteidiger Giorgio Chiellini zeigt dem Schiedsrichter die Biss-Spuren von Luis Suarez an seiner linken Schulter. Foto: ap
Italiens Verteidiger Giorgio Chiellini zeigt dem Schiedsrichter die Biss-Spuren von Luis Suarez an seiner linken Schulter. Foto: ap

Nach Beiß-Attacke des Stürmerstars leitet die FIFA eine genaue Untersuchung ein.

fussball. Im ersten großen Skandal der WM schaltet Luis Suárez in Brasilien auch noch auf stur und will nicht vor der FIFA aussagen. Die Disziplinarkommission des Weltverbandes wertet aber bereits die TV-Bilder von der weltweit mit Abscheu und Entsetzen kommentierten Wiederholungstat von Uruguays Rekordtorschützen aus. Dem 27 Jahre alten Stürmer, der seine dritte Beißattacke in vier Jahren in ersten Äußerungen verharmloste, droht eine drakonische Strafe.

Vor dem Mannschaftshotel in Natal patrouillierte gestern sogar berittenes Militär, um mögliche Übergriffe erboster Fans zu verhindern. Suárez nahm am Training der Nationalmannschaft nicht teil. Und er wird auch nicht vor den Ermittlern der FIFA auftreten. Das kündigte Uruguays Verbandspräsident Wilmar Valdez an. Der Übeltäter, über den sich im Internet eine Welle von Spott und Häme ergoss, hatte den Tatort schon kommentarlos verlassen, nachdem er beim Spiel in Natal gegen Italien (1:0) Giorgio Chiellini in die Schulter gebissen hatte. „Wir sind Fußballspieler, wir wissen, was auf dem Platz passiert, man sollte dem keine Bedeutung beimessen“, sagte Suárez. „Das passiert im Spiel und auf dem Platz“, meinte er.

Wiederholungstäter Suarez

2010 biss er bei einem Spiel von Ajax Amsterdam Otman Bakkal und wurde sieben Partien gesperrt. 2013 vergrub sich sein markantes Gebiss bei einem Spiel seines aktuellen Arbeitgebers FC Liverpool im Oberarm von Branislav Ivanovic. Und wie die brasilianische Zeitung „Globo“ berichtete und mit einem Foto belegte, hatte es Suárez vor einem Jahr beim Confederations Cup offenbar schon einmal auch bei Chiellini zumindest versucht. Diesmal biss er richtig zu. „Man sieht sogar die Bissspuren“, betonte das Opfer des neuerlichen Suárez-Ausrasters.

Weil Schiedsrichter Marco Rodriguez die Szene in der 79. Minute nicht gesehen hatte, konnte die FIFA nachträglich ihre Ermittlungen aufnehmen – unter Berufung auf Artikel 77 a ihres Disziplinarkodex. Das Gremium habe das TV-Material angefordert und werde es bewerten, sagte eine FIFA-Sprecherin. „Der Spieler hat das Recht, gehört zu werden. Wir können nicht darüber sprechen, was passieren könnte. Die Disziplinarkommission sammelt und analysiert jetzt alle Informationen.“

Wir sind Fußballer, das passiert im Spiel und auf dem Platz.

Luis suárez

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