Die „Adler“ fliegen nun wieder

Sport / 29.06.2014 • 21:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Junioren-Vizeweltmeister Patrick Streitler bei seinem ersten Sprung auf der neuen Schanze. Foto: akp
Junioren-Vizeweltmeister Patrick Streitler bei seinem ersten Sprung auf der neuen Schanze. Foto: akp

Eröffnung des Schanzenzentrums lockte die nordische Familie nach Tschagguns.

skispringen (VN-akp) Der 28. Juni 2014 ist ein geschichtsträchtiger Tag für den nordischen Sport in Vorarlberg, denn erstmals seit der Schließung der ehemaligen Zelfenschanze in den Sechzigerjahren fliegen in Tschagguns wieder die Adler. Landeshauptmann Wallner freute sich anlässlich der Eröffnung des neuen Schanzenzentrums über das gelungene Werk: „Ein großer Dank ergeht an Alt-Landesrat Siegi Stemer, Elmar Egg und Peter Both, die das Projekt mit viel Engagement vorangetrieben haben.“

Das Schanzenzentrum besteht aus vier Schanzen, auf denen ganzjährig gesprungen werden kann. Mit einer kalkulierten Sprungweite von bis zu 108 Metern ist eine davon auch für internationale Bewerbe als Normalschanze tauglich. Dazu kommen drei Nachwuchsschanzen mit 66, 40 und 22 Metern. „Damit bieten wir dem nordischen Nachwuchs vielversprechende Perspektiven“, betonte Sportlandesrätin Bernadette Mennel. In der Skimittelschule Schruns gibt es ab dem kommenden Schuljahr neu einen nordischen Zweig. An die tausend Interessierte waren bei der Eröffnungsfeier mit dabei. Bischof Benno Elbs und der Tschaggunser Pfarrer Peter Bitschnau gaben den kirchlichen Segen. Den ersten offiziellen Sprung im Rahmen der Eröffnungszeremonie absolvierte der zweifache Junioren-Vizeweltmeister Patrick Streitler, gefolgt von Junioren-Team-Vizeweltmeister Ulrich Wohlgenannt: „Die Anlage ist genial, ein echter Glücksfall für die nordischen Sportler im Land“, meinten sie unisono. Die Startfreigabe erfolgte durch Landeshauptmann Wallner. Mit dem Schanzenzentrum ist das größte Sportstättenprojekt für das im Jänner 2015 in Vorarlberg und Liechtenstein stattfindende Europäische Olympische Winter-Jugendfestival (EYOF) fertiggestellt. Von den Projektpartnern – neben dem Land haben sich der Bund, der Stand Montafon, die Gemeinde Tschagguns und illwerke vkw an der Finanzierung beteiligt – wurden 15,2 Millionen Euro in den Bau der modernen Anlage investiert.

Große Herausforderung

Die Realisierung sei eine große Herausforderung gewesen, wie Hochbaulandesrat Harald Sonderegger betonte: „Der steile und ungewöhnlich schlechte Untergrund sowie mehrere Unwetter- und Starkregenereignisse während der Bauphase haben die Arbeiten deutlich schwieriger gemacht als geplant.“ Ursprünglich waren die Kosten für die Schanze mit 12 Millionen Euro fixiert worden. Elmar Egg, Geschäftsführer Montafon Nordic Sport GmbH und Betreiber der Anlage: „Im Baubeschluss stand, dass es ein erhöhtes Risiko aufgrund des geologischen Gutachtens und des Wetters gab. Außerdem war der Zeitdruck aufgrund der EYOF enorm. Mehrkosten waren zu erwarten, aber das in Zahlen auszudrücken, war zu dem Zeitpunkt ummöglich.“ Die Schanzenanlage zählt zu den technisch anspruchsvollsten Bauprojekten, die das Amt der Landesregierung jemals errichtet hat.

Langfristige Nutzung

Die zukunftsorientierte Investition werde weit über die Jugendspiele 2015 hinauswirken, zeigte sich Mennel zuversichtlich, was die künftige Auslastung der Anlage angeht. Schon jetzt darf sich die Nordic Sport GmbH als Betreiber der Schanze über zahlreiche Anfragen für Trainingscamps aus dem In- und Ausland freuen. Aufgrund der günstigen Lage – ab dem 13. Oktober liegt die Schanze im Schatten – sei möglicherweise bereits früh in der Saison eine Beschneiung möglich, wie Egg erklärte.

„Olympic Day“ gefeiert

Anlässlich des „Olympic Days“ am 23. Juni feierten 120 Montafoner Schüler an der neuen Skisprunganlage ein olympisches Fest. Die Organisation übernahm das OK-Team der EYOF 2015. Mit dabei war auch das Maskottchen „Alpy“. Eingekleidet in bunte T-Shirts, bildeten sie die Olympischen Ringe und nutzten die Möglichkeit, Fotos mit den nordischen Kombinierern zu machen. Das österreichische Nationalteam absolvierte in Tschagguns einen ersten Trainingskurs.

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