Ein Luxusproblem für die Deutschen

Sport / 29.06.2014 • 21:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Real-Star Sami Khedira muss im Achtelfinale gegen Algerien wohl die Bank drücken.

fussball. „Situativ oder aus dem Bauch heraus“ will Joachim Löw sein derzeit größtes Problem lösen. Wobei: Problem? Es ist der pure Luxus, sich zwischen Sami Khedira oder Bastian Schweinsteiger, zwischen Real Madrid oder Bayern München entscheiden zu müssen. Wie immer lässt sich der Trainer auch vor dem Duell gegen Algerien nicht in die Karten schauen. Nach der starken Vorstellung von Schweinsteiger gegen die USA könnte Khedira aber erst einmal ins Hintertreffen geraten sein.

„Schauen wir mal. Beide machen im Training einen guten Eindruck. Sie können beide die Aufgabe erfüllen“, sagte Löw vor dem ersten K.-o.-Spiel kryptisch. Der 54-Jährige betonte, dass grundsätzlich auch beide wie bei der WM 2010 zusammenspielen könnten. Davon ist gegen die Nordafrikaner aber nicht auszugehen, da neben Kapitän Philipp Lahm nur noch ein Platz in der Zentrale frei ist.

Und es gibt nicht wenige, die wieder einen von Schweinsteiger angeführten Bayern-Block im Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft mit dem gesetzten Lahm und Toni Kroos bevorzugen würden. Khedira wäre das prominente „Opfer“.

Schwung verloren

Dabei war der 27-Jährige trotz seiner monatelangen Verletzungspause wegen eines Kreuzbandrisses mit großen Ambitionen zur WM nach Brasilien angereist. Rückenwind hatte Khedira auch noch der Champions-League-Triumph mit Real gegeben.Doch den Schwung konnte der frühere Stuttgarter zur WM nicht mitnehmen. Bei seinen Einsätzen gegen Portugal und Ghana war Khedira das Bemühen zwar nicht abzusprechen, die gewünschte tragende Rolle konnte er aber nicht ausfüllen. Ganz anders Schweinsteiger bei seinem Kurzeinsatz gegen Ghana und beim Duell gegen die USA: Der 29 Jahre alte Münchner untermauerte sofort seinen Führungsanspruch, war präsent, ballsicher, kampf- und laufstark, gab den Takt vor. Und außerdem harmonierte der Bayern-Star mit seinen Vereinskollegen Lahm und Kroos prächtig. Dies musste auch Khedira nach einem 90-minütigen Anschauungsunterricht von der Bank aus eingestehen.

Algerien-Kapitän auf der Bank

Von der Bank aus mitverfolgen wird algerischen Medienberichten zufolge wohl auch Madjid Bougherra die anstehende Achtelfinal-Partie. Der 32-jährige Algerien-Kapitän hatte im letzten Vorrundenspiel wegen einer leichten Wadenverletzung pausiert, ist aber wieder einsatzfähig. Dennoch werde Halilhodzic auf Essaid Belkalem setzen.

Schauen wir mal. Beide machen im Training einen guten Eindruck und können die Aufgabe lösen.

joachim löw

Teamnews

leichte verletzung. Die Deutschen müssen gegen Algerien auf Lukas Podolski verzichten. Der Stürmer muss wegen einer Zerrung zwei oder drei Tage pausieren. Mario Götze kehrt aller Voraussicht nach für den Verletzten in die Start­elf zurück.

satte Prämie. Bislang gingen die deutschen Kicker bei der WM finanziell leer aus. Für einen Sieg gegen Algerien würde der DFB aber die ersten 50.000 Euro Prämie locker­machen. Bei einem Titelgewinn könnte jeder Spieler 300.000 Euro kassieren.

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