Duell der Zauberzwerge

Sport / 30.06.2014 • 19:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zweimal 169 cm geballte Fußballkraft. Lionel Messi, Argentiniens Superstar, gegen Xherdan Shaqiri, den Zauberwürfel aus der Schweiz. Fotos: epa
Zweimal 169 cm geballte Fußballkraft. Lionel Messi, Argentiniens Superstar, gegen Xherdan Shaqiri, den Zauberwürfel aus der Schweiz. Fotos: epa

Argentinien gegen Schweiz oder Messi gegen Shaqiri – einer zaubert zum letzen Mal.

fussball. Nach zweimaligem Viertelfinal-Aus darf die Titelmission für Messi und seine Argentinier diesmal nicht schon eine Runde früher scheitern. Sein Alpen-Pendant Shaqiri und die Schweiz wollen aber genau das schaffen. Selbst der aktuelle Bayern-Coach warnt die Argentinier. Die Warnung von Bayern-Coach Pep Guardiola haben Lionel Messi und Co. vor dem Achtelfinale gegen die Schweiz gar nicht mehr gebraucht.

Schwache Ausbeute

Argentiniens K.-o.-Statistik gegen europäische Teams ist bedenklich genug. Seit 28 Jahren gelang den Südamerikanern in den „Alles-oder-nichts“-Spielen bei Weltmeisterschaften kein Sieg mehr in der regulären Spielzeit gegen ein Team aus Europa. Der letzte datiert vom 29. Juni 1986 – das 3:2 im Finale der Mexiko-WM über Deutschland. „Wir beginnen jetzt mit einer entscheidenden Phase. Da gibt es keinen Platz für Fehler“, erklärte Abwehrspieler Pablo Zabaleta. Auch Keeper Sergio Romero warnte vor Übermut. „Es ist ein europäischer Rivale, der anders spielt. Ein Gegner, der viel Ballbesitz hat. Wir müssen ruhigbleiben und daran denken, was wir können.“

Argentinien ist gewarnt

Die Vorsicht ist begründet. Schließlich hat der Außenseiter ja auch noch seinen eigenen Messi: Bayern-Jungstar Xherdan Shaqiri. Der kraftvolle und schnelle Angreifer vom deutschen Rekordmeister schoss die Schweizer mit einem sehenswerten Dreierpack beim 3:0 gegen Honduras in die Runde der besten 16 und verzögerte damit auch den Vorruhestand von Hitzfeld. Shaqiri auf der einen, Messi auf der anderen Seite – von der Körpergröße ein Duell auf Augenhöhe. Die beiden Turbodribbler messen gerade mal 169 Zentimeter. Shaqiri hat bisher drei Tore erzielt, Messi vier, aber verlieren kann eigentlich nur der Weltstar vom FC Barcelona. Fast alle Hoffnungen des zweimaligen Weltmeisters im ersten Spiel „auf Leben und Tod“ (Zabaleta) ruhen auf seinem Kapitän.

Außenseiterrolle

Trotzdem will Hitzfeld keinen Sonderbewacher

auf den vier­maligen

Weltfußballer abstellen. Der Trainer-Routinier setzt auf eine Messi-

Neutralisierung im Kollektiv, so wie es auch die drei Vorrundengegner der Argentinier – wenn auch vergeblich –versucht hatten. „Es ist aber auch klar, dass es schwierig sein wird, Messi komplett aus dem Spiel zu nehmen“, sagte Hitzfeld vor dem 90. Länderspiel des 27-Jährigen. „Wir sind klare Außenseiter. Wir haben nichts zu verlieren und viel zu gewinnen“, erklärte der deutsche Coach, für den eine Niederlage gleichbedeutend mit dem Pensionsantritt wäre. Die Schweiz hat gegen Argentinien noch nie gewonnen (2 Remis, 4 Niederlagen), zuletzt gab es im Februar 2012 ein 3:1 für Argentinien – mit Messi als dreifachen Torschützen.

Alles ist möglich

Hitzfeld weiß, dass in einem Spiel der K.-o.-Runde alles möglich ist. „Wir können Geschichte schreiben“, sagte der Schweizer Coach. Ein Sieg brächte das erste Viertelfinale seit 60 Jahren für die Eidgenossen, damals hatte die Schweiz dann in der Runde der letzten acht gegen Österreich mit 5:7 spektakulär verloren.

Es ist aber auch klar, dass es schwierig sein wird, Messi komplett aus dem Spiel zu nehmen.

ottmar hitzfeld
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