Grande Nation wankte, fiel aber nicht

Sport / 30.06.2014 • 21:20 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Frankreichs Kicker hatten enorm viel Mühe mit Nigeria. Die Afrikaner machten es der Grande Nation extrem schwer, am Ende durften die Franzosen aber über einen 2:0-Sieg jubeln. Foto: epa
Frankreichs Kicker hatten enorm viel Mühe mit Nigeria. Die Afrikaner machten es der Grande Nation extrem schwer, am Ende durften die Franzosen aber über einen 2:0-Sieg jubeln. Foto: epa

Frankreich besiegt Nigeria in schwachem Spiel mit 2:0 und steht im Viertelfinale.

fussball. Lange deutete wenig auf den Erfolg von Favorit Frankreich hin. Eine Einwechslung von Trainer Didier Deschamps sorgte für frischen Schwung und leitete den Erfolg gegen starke Nigerianer ein. Ein später Treffer von Goldköpfchen Paul Pogba und ein Eigentor haben Frankreich das erste WM-Viertelfinale seit 2006 beschert. Trotz der bisher schwächsten Turnierleistung gewann der lange Zeit wankende Weltmeister von 1998 2:0 (0:0) gegen Nigeria. Pogba (79.) und ein Eigentor von Joseph Yobo (90.+2) in dessen 100. Länderspiel sorgten noch für den Erfolg gegen die mindestens gleichwertigen Nigerianer.

Glücklicher Paul Pogba

Am Freitag (18 Uhr) wartet auf Frankreichs Fußball-Auswahl in Rio de Janeiro der Sieger des Achtelfinales zwischen Deutschland und Algerien. „Ich bin sehr zufrieden. Ins Viertelfinale zu kommen, das ist ein ganz großer Moment für mich“, kommentierte der als bester Spieler ausgezeichnete Pogba.

Die Nigerianer verpassten es auch im dritten Anlauf, erstmals ins Viertelfinale vorzustoßen. Die Analyse von Trainer Stephen Keshi fiel treffend aus: „Das war ein gutes Spiel, aber dass wir verloren haben, das ist schlecht.“ Yobo fügte hinzu: „Wir haben alles gegeben, aber wir hätten es heute wirklich besser machen können.“

Ganz schwache erste Halbzeit

Die 67 882 Zuschauer in Brasilia sahen eine erste Halbzeit mit wenigen Höhepunkten, in der vor allem Frankreich enttäuschte. Die größten Aufreger vor der Pause gab es binnen drei Minuten. Emmanuel Emenike stand knapp im Abseits, als er eine Eingabe von Ahmed Musa ins Netz drückte (19.). Bei der besten Chance der „Bleus“ in der ersten Halbzeit scheiterte Pogba mit seinem Volleyschuss an Nigerias glänzend reagierendem Keeper Vincent Enyeama (22.). Der Afrikameister trat im dritten Achtelfinale seiner WM-Historie wie bisher vorsichtig und kompakt auf. Lange Zeit sicher stand die Innenverteidigung mit dem am Ende unglücklichen Jubilar Yobo. Mit seinem zehnten Einsatz bei einer Endrunde stieg der Kapitän zu Nigerias WM-Rekordspieler auf.

Der Außenseiter bestimmte bei guten äußeren Bedingungen überraschend auch nach der Halbzeit das Geschehen. Peter Odemwingie zwang Frankreichs Schlussmann Lloris mit einem straffen Distanzschuss erneut zum Eingreifen (64.).

Wechsel brachte Sieg

Frankreichs Trainer Didier Deschamps reagierte auf die ausbleibende Gefahr in der Offensive und brachte ­Antoine Griezmann. Dadurch hatte Benzema nach Zusammenspiel mit Griezmann prompt die bis dahin größte Möglichkeit: Torhüter Enyeama parierte, Victor Moses schlug den Ball dann knapp vor der Torlinie weg (70.). Plötzlich dominierte Frankreich und hatte Pech bei einem Lattentreffer von Johan Cabaye (77.). Benzema scheiterte danach per Kopf an Enyeama (78.), den folgenden Eckball verlängerte der Keeper unglücklich zu Pogba, und der Mittelfeldspieler von Juventus Turin nickte das Leder ins leere Tor ein. Die letzten Bemühungen der glücklosen Nigerianer in der Schlussphase blieben wirkungslos, Yobo drückte den Ball dann zur Entscheidung auch noch über die eigene Torlinie.

Ins Viertel­finale zu kommen, ist ein großer Moment für mich.

Paul Pogba

Fußball

Achtelfinale http://www.vol.at/specials/fussball-wm

Frankreich – Nigeria 2:0 (0:0)

Brasilia, Esatdio Nacional, 65.000 Zuschauer, SR Geiger (USA)

Torfolge: 79. 1:0 Pogba, 90.+1 2:0 Yobo (Eigentor)

Gelbe Karten: Matuidi (Frankreich)

Frankreich: Lloris; Debuchy, Koscielny, Varane, Evra; Pogba, Cabaye, Matuidi; Valbuena (92. Sissoko), Giroud (62. Griezmann), Benzema

Nigeria: Enyeama; Ambrose, Yobo, Omeruo, Oshaniwa; Mikel, Onazi (59. Gabriel); Odemwingie, Moses (89. Nwofor), Musa; Emenike

Deutschland – Algerien Nachtspiel

Bereits gespielt

Costa Rica – Griechenland 1:1 (1:1) n.V., 5:3 i.E.

Recife; Arena Pernambuca, 41.242 Zuschauer, SR Williams (AUS)

Torfolge: 52. 1:0 Ruiz, 90.+1 1:1 Sokratis

Elfmeterschießen: 1:0 Borges, 1:1 Mitroglu, 2:1 Ruiz, 2:2 Lazaros Christodoulopoulos, 3:2 Gonzalez, 3:3 Holebas, 4:3 Campbell, Navas hält gegen Gekas, 5:3 Umaña

Gelb-rote Karte: 66. Duarte (Costa Rica)

Costa Rica: Navas; Gamboa (76. Acosta), Duarte, Gonzalez, Umana, Diaz; Ruiz, Borges, Tejeda (66. Cubero), Bolanos (83.Brenes); Campbell

Griechenland: Karnezis; Torosidis, Manolas, Sokratis, Holebas; Salpingidis (69. Gekas), Karagounis, Samaris (58. Mitroglu), Maniatis 77. Katsouranis, Christodoulopoulos; Samaras

Brasilien – Chile 1:1 (1:1) n.V 3:2 i. E

Kolumbien – Uruguay 2:0 (1:0)

Niederlande – Mexiko 2:1 (0:0)

Argentinien – Schweiz heute

São Paulo, Estadio São Paulo, 18 Uhr

Belgien – USA heute

Salvador, Arena Fonta Nova, 22 Uhr

Viertelfinale

Frankreich – Deutschland/Algerien Freitag, 4. Juli

Rio de Janeiro, Maracana, 18 Uhr

Brasilien – Kolumbien Freitag, 4. Juli

Fortaleza, Estadio Castelao, 22 Uhr

Argentinien/Schweiz – Belgien/USA Samstag, 5. Juli

Brasilia, Estadio Nacional, 18 Uhr

Niederlande – Costa Rica Samstag, 5. Juli

Salvador, Arena Fonta Nova, 22 Uhr

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