Vorarlberg geht wie 2010 leer aus

Sport / 25.07.2014 • 22:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Harder Robert Weber wäre bei der EM-Endrunde 2020 schon 35 Jahre alt. Foto: ÖHB-Steffan Wollmann
Der Harder Robert Weber wäre bei der EM-Endrunde 2020 schon 35 Jahre alt. Foto: ÖHB-Steffan Wollmann

EM 2020 in Österreich, Norwegen und Schweden – Wien und Graz als rot-weiß-rote Spielorte.

Handball. Im Rahmen der Unter-20-Europameisterschaften in Linz wurde das Geheimnis gelüftet. Österreich darf sich abermals auf einen Großevent freuen. Nach der Euro 2010, wo Spiele in Wien, Linz, Graz und Innsbruck ausgetragen wurden, werden 2020 abermals kontinentale Titelkämpfe mit rot-weiß-roter Beteiligung über die Bühne gehen. Beteiligung deshalb, weil erstmals in der Geschichte ein Männer-Championat nicht in einem Land, sondern an drei Nationen vergeben wurde und dabei werden erstmals nicht wie bisher 16, sondern 24 Mannschaften an der Endrunde teilnehmen.

Die sechs Vierergruppen in der Vorrunde werden die Stadthalle in Wien (mit Österreich), Graz bzw. je zwei noch nicht definierten Spielorte in Schweden und Norwegen austragen. Die beiden Hauptgruppen werden dann in Wien und Schweden gespielt, das Finalwochenende findet in Stockholm in einem überdachten Fußballstadion mit einem Fassungsvermögen für 24.000 Zuschauer statt.

Projekt bereits befürwortet

Bei einer Vorabstimmung vor wenigen Wochen wurde das von den drei austragenden Nationen vorgestellte Konzept ohne Gegenstimme befürwortet, am 18. September soll das Projekt dann beim Kongress der Europäischen Handball Föderation (EHF) offiziell abgesegnet werden. ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner: „Wir sind natürlich überglücklich damit, erneut mit der Austragung eines Großevents betraut zu werden. Ich denke, die fixe Zusagen ist nur noch ein formeller Akt und wir können die Vorarbeiten fortsetzen.“

Als wesentlichen Faktor für die Berücksichtigung nannte der Generalsekretär die Tatsache, dass „man sich als perfekter Gastgeber in den letzten Jahren einen guten Ruf erarbeitet hat. „Doch dies alleine war noch nicht alles“, betont Hausleitner. Da die EHF bei der Durchführung für Championate neue Wege bestreiten will, wurde die Endrunde erstmals an mehrere Nationen vergeben. Man will damit das Publikumsinteresse mit sogenannten Local Heroes an mehreren Orten wecken.

Bei der EM 2014 in Dänemark gingen die Partien der Gastgeber in Herning vor 14.000 Zuschauern über die Bühne, in den restlichen Spielorten war das Interesse aber eher gering. Mit der Vergaben an mehrere Nationen soll die regionale Aufmerksamkeit gesteigert werden, damit die wirtschaftliche Zugkraft der Marke Handball wie die Finalturniere in der Champions League zu einem Premiumprodukt wird.

Messestadion zu klein

Mit der Wahl für Wien und Graz als rot-weiß-rote Spielorte steht fest, dass wie bei der Euro 2010 kein Spiel im Ländle stattfinden wird. Aufgrund der fehlenden Halle (das Messestadion in Dornbirn würde selbst mit einer Adaptierung der Zuschauerplätze nicht die geforderte Norm erfüllen) und der ungünstigen Anbindung zum nächsten Flughafen war Vorarlberg als Spielort nie wirklich ein Thema.

Ich denke, die fixe Zusage für die Austragung ist nur noch ein formeller Akt.

Martin Hausleitner