Kräftemessen im olympischen Revier

Sport / 01.08.2014 • 20:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das 470er-Duo David Bargehr (Steuermann) und Vorschoter Lukas Mähr ist bei der Olympia-Testregatta vor Rio im Einsatz. Foto: marsano
Das 470er-Duo David Bargehr (Steuermann) und Vorschoter Lukas Mähr ist bei der Olympia-Testregatta vor Rio im Einsatz. Foto: marsano

Vorarlbergs Segel-Asse bestreiten ab heute die Testregatta vor Rio de Janeiro.

Segeln. Nur drei Tage weilten die Ländle-Segler Lukas Mähr/David Bargehr (470er) und Benjamin Bildstein (49er) nach der Europameisterschaft vor Athen in Vorarlberg, dann hieß es erneut wieder Koffer packen. Zum dritten Mal steht ein Trainingsblock des rot-weiß-roten Nationalteams im Olympiarevier Rio de Janeiro auf dem Programm. Im Rahmen des Lehrgangs wird ab heute bis inklusive 9. August ein Testwettkampf im olympischen Revier absolviert. Es ist die erste von zwei Generalproben für die Olympischen Spiele 2016, pro Land und Disziplin dürfen zwei Boote an der Regatta teilnehmen. „Der Maßstab für die Österreicher liegt durch den Vize-Europameistertitel von Florian Reichstädter und Matthias Schmid sehr hoch. Dennoch haben wir mit einem Wettfahrtssieg und dem zwölften Endrang beim kontinentalen Championat unsere aufsteigende Tendenz bewiesen. Das Test-Event in Rio findet exakt zum selben Zeitpunkt wie die Wettkämpfte der Spiele in zwei Jahren statt und ist eine wichtige Standortbestimmung im Vergleich mit den anderen Nationen“, erklärt Vorschoter Mähr.

Ortskenntnisse wichtig

In der Olympia-Vorbereitung überlässt das Segel-Nationalteam nichts dem Zufall. „Schon im Vorjahr haben wir begonnen, die Bucht dank modernster Technik topografisch zu erfassen. Wir benötigen möglichst viele Daten, um weiter zu lernen. Das Revier hat seine Eigenheiten und die kommenden Wochen sind absolut entscheidend“, betonte Georg Fundak, Direktor des Österreichischen Segelverbandes. „Das ist das Erfolgsrezept unseres Verbandes. Die zweifachen Olympiasieger Hagara/Steinacher waren vor ihren Triumphen in Sydney und Athen immer die Ersten, die das Revier getestet haben. Wir wollen das letzte Prozent herausholen. Das Wissen um das Klima in Rio, die vorhandene Infrastruktur bei notwendigen Reparaturen am Boot, das Kennenlernen der Esskultur und der Mentalität der Leute bedeutet einen Vorsprung. Unser technischer Experte, der schon beim Americas Cup gearbeitet hat, hat ein neues Messgeräte für die Strömung entwickelt. Er ist ein Tüftler und übernimmt in seinem Bereich eine Vorreiterrolle“, beschreibt Steuermann Bargehr.

WM ist der Höhepunkt 2014

2013 trainierten die Österreicher sechs Wochen lang in der 380 Quadratkilometer großen Guanabara-Bucht, die aufgrund der drehenden Winde, Strömungen und Gezeiten als massive Herausforderung gilt. Heuer wurde der Trainingsumfang um ein Drittel erhöht. Im Oktober und November steht erneut eine Reise nach Rio an. Das rot-weiß-rote Nationalteam zählt damit neben den Gastgebern und Argentinien damit zu den fleißigsten Rio-Seglern.

Nach dem Test-Event wartet auf Mähr/Bargehr sowie Bildstein mit seinem Tiroler Partner David Hussl ab 8. September die ISAF-Weltmeisterschaft im spanischen Santander, wo die ersten Nationentickets für die Olympischen Spiele vergeben werden.

Für uns ist die Testregatta eine enorm wichtige Standortbestimmung in Blickrichtung Olympia-Quali.

Lukas Mähr
Das 49er-Gespann Benjamin Bildstein (l.) und David Hussl.  gepa
Das 49er-Gespann Benjamin Bildstein (l.) und David Hussl. gepa

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