Punkt für das Selbstvertrauen

Sport / 03.08.2014 • 20:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Altach-Torhüter Martin Kobras (roter Dress) verhindert Schlimmeres gegen Ex-Kollege und Neo-Wiener Martin Harrer. Rechts im Bild Austria-Stürmer Ola Kamara. Foto: gepa
Altach-Torhüter Martin Kobras (roter Dress) verhindert Schlimmeres gegen Ex-Kollege und Neo-Wiener Martin Harrer. Rechts im Bild Austria-Stürmer Ola Kamara. Foto: gepa

Starke zweite Halbzeit der Altacher bei der Nullnummer in Wien gegen die Austria.

Fussball. „Ein paar alte Gesichter habe ich schon noch gesehen“, scherzte SCRA-Kapitän Philipp Netzer am Tag danach. Kein Wunder, spielte der 28-Jährige doch selbst vier Jahre für die Wiener Austria. So empfand er seine Rückkehr im Cashpoint-Dress als „extrem lässig“. „Persönlich war es natürlich eine tolle Erfahrung. Und die Kulisse ist einfach schöner als in der zweiten Liga. Dafür haben wir ja in der Vorsaison gekämpft.“

Zu kämpfen hatten die Alt­acher, die erstmals in dieser Saison mit Daniel Luxbacher für Patrick Seeger aufliefen, in Wien eigentlich nur in der Anfangsphase. Weil die „Veilchen“ sehr früh attakierten und weil man selbst in Ballbesitz zu nervös und überhastet agierte. Allein die Defensive der Vorarlberger machte einen absolut sicheren Eindruck, mit einem Torhüter Martin Kobras, der jederzeit alles im Griff hatte. Auch in der Schlussphase, als Martin Harrer nach einem Royer-Pass allein im Strafraum auftauchte. Der 28-Jährige aber hatte die Situation rechtzeitig überrissen und Harrer den Winkel geschickt verkürzt. Auf der Gegenseite scheiterten Felix Roth (Kopfball) und der eingewechselte Patrick Seeger in der Schlussphase mit eindrucksvollen Chancen.

Der „letzte Punch“ fehlte

Für Kapitän Netzer war die Leistung der zweiten Hälfte nur eine logische Folge der letzten Minuten in Halbzeit eins. „Wir haben gewusst, dass wir 20 Minuten überstehen müssen.“ Anfangs, so Netzer weiter, habe man zwar die Zweikämpfe angenommen, aber dem Gegner einfach zu viel Räume gelassen. Spätestens nach der Pause bekamen die Zuschauer in der Generali Arena einen anderen Liga-Neuling zu sehen. Mehr Selbstvertrauen, eine druckvollere Offensive, Altach zeigte seine spielerischen Stärken. Letztendlich fehlten nur der krönende Abschluss, die letzte Aktion und die Zielstrebigkeit.

Die Torfabrik der Erste Liga (79 Tore in 36 Spielen) tut sich also noch ein wenig schwer mit dem Toreschießen. „Wir sind sicher noch nicht am Zenit“, bringt es Trainer Damir Canadi auf den Punkt. Der Wiener formte ein starkes Kollektiv mit einer neue taktischen Ausrichtung.

Aigners Fersenprobleme

Schlüssel zum Erfolg in der Offensive wäre möglicherweise ein erster Treffer von Goalgetter Hannes Aigner. Den Torschützenkönig aus dem Meisterjahr plagen derzeit aber Probleme mit der Ferse. So war der 33-Jährige auch vor dem Gastspiel in Wien erneut bei einem Arzt seines Vertrauens.

Ein Blick auf die Statistik beweist aber, dass sich Altach auch in der Fremde einiges zutraut. 11:3 Schüsse nach der Pause zeugen von einer offensiven Dominanz. Tore blieben zwar aus, das Ergebnis (0:0) aber war für Altach dennoch ein Erfolg.

Patrick Salomon beim Einlaufen.
Patrick Salomon beim Einlaufen.
An Alexander Pöllhuber (links) gab es kein Vorbeikommen, auch Austrias Alexander Grünwald versuchte es vergebens. Fotos: gepa/2, apa
An Alexander Pöllhuber (links) gab es kein Vorbeikommen, auch Austrias Alexander Grünwald versuchte es vergebens. Fotos: gepa/2, apa
Hannes Aigner (l.) und Felix Roth (r.) nehmen Mario Leitgeb in die Zange.
Hannes Aigner (l.) und Felix Roth (r.) nehmen Mario Leitgeb in die Zange.

Fußball – tipico Bundesliga 2014/15

3. Spieltag

FK Austria Wien – Cashpoint SCR Altach 0:0

Generali Arena, 7130 Zuschauer, SR Schüttengruber (Oö)

Gelbe Karten: 19. Aigner (Altach), 37. Holland (Austria), 58. Zwischenbrugger (Altach), 90. Rams­ebner (Austria/alle Foulspiel), 90./+ 4 Prokopic (Altach/Unsportlichkeit)

FK Austria Wien (4-2-3-1): Heinz Lindner/3; Larsen/3, Ramsebner/3, Ortlechner/2, Suttner/3; Mario Leitgeb/4, Holland/3 (54. Mader/3); Gorgon/4 (54. Royer/3), Alexander Grünwald/2 (72. Harrer/0), Meilinger/3; Kamara/4

Cashpoint SCR Altach (4-1-4-1): Kobras/2; Lienhart/3, Alexander Pöllhuber/2, Zwischenbrugger/3, Schreiner/3; Netzer/3; Luxbacher/4 (46. Ngwat-Mahop/3), Roth/3, Patrick Salomon/4, Kovacec/ (79. Seeger/0); Aigner/2 (69. Prokopic/0)

Notenschlüssel: Nach dem Schulnotensystem, von 1 (sehr) bis 5 (nicht genügend). 0 = zu kurz eingesetzt

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