Eine Attacke auf die Abwehr

Sport / 06.08.2014 • 21:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine Attacke auf die Abwehr

Im Eishockey sollen neue Regeln das Spiel in der Offensive beleben.

eishockey. Eine größere Angriffszone und neue Regeln. Vor dem ersten Testspiel morgen (19 Uhr) gegen den EHC Biel muss sich die Mannschaft des Dornbirner EC mit einigen Neuerungen befassen, die vom Internationalen Eishockeyverband bei der WM im Mai für das Regelbuch, Ausgabe 2014–2018, beschlossen wurden.

In der Dornbirner Eishalle gibt es nur einen kleinen Hinweis auf die neue Spielfeldeinteilung: Am unteren Teil der Bande sind verschwommen die zwei blauen Linien, wie sie bisher das Angriffs- bzw. Verteidigungsdrittel markiert haben, erkennbar. Die neuen blauen Linien rückten jeweils um 1,53 Meter in Richtung der roten Mittellinie. Die IIHF übernahm damit die Maße aus der NHL – allerdings sind die Spielflächen in den Überseestadien (61 mal 26) um vier Meter schmäler als jene in Europa.

Mehr Raum für die Stürmer

Mit der Verschiebung der blauen Linien bekommen die Angreifer also mehr Platz, man erwartet sich daher eine Belebung im Offensivbereich. „Wir werden in den Testpartien herausfinden

müssen,

wie sich das aufs Spiel auswirkt“, sind Dornbirns Trainer Dave MacQueen und sein Team in der Lernphase. „Es wird offensiv auf jeden Fall mehr Raum geben. Das begünstigt Stürmer, wenn sie sich eine Zwei-zu-eins- oder Drei-zu-zwei-Überzahl erarbeiten.“ Apropos Arbeit: Mehr davon wird auf die Verteidiger zukommen: „Abwehrspieler nehmen die blaue Linie bei Eins-gegen-eins-Situationen als Orientierungshilfe“, erklärt MacQueen. „Das wird für sie eine Herausforderung: machst du nicht zum richtigen Zeitpunkt Druck auf den Stürmer, kommst du in Schwierigkeiten. Und bei einer Strafe wird im Powerplay mehr Druck auf die Verteidiger zukommen. Es werden nun sicher ein paar Tore mehr fallen.“

Duell um den Puck

Gewöhnungs-

bedürftig wird für alle das in der NHL bereits praktizierte

„Hybrid-Icing.“ Ein Befreiungsschlag jenseits der roten Linie zieht nicht mehr automatisch einen Pfiff samt Bully im Verteidigungsdrittel nach sich. Die sich befreiende Mannschaft kann die Icing-Entscheidung und das Anspiel vor dem eigenen Tor verhindern, indem ein eigener Spieler die Scheibe zuerst erreicht. Bei einem Laufduell auf Höhe der Bullypunkte in der Endzone entscheidet der Schiedsrichter aufgrund einer gedachten Linie, wer den Puck zuerst erreichen wird. Nicht mehr erlaubt ist der sogenannten „Spin-o-rama“ bei Penaltyversuchen, also eine 360-Grad-Drehung vor dem Torschuss. ##Heimo Kofler##

Mit den neuen Regeln werden ein paar Tore mehr fallen.

dave macqueen
Neu und alt: Smail Samardzic an der neuen blauen Linie, die alte (r.) ist auf der Bande noch verschwommen zu erkennen. Foto: stiplovsek
Neu und alt: Smail Samardzic an der neuen blauen Linie, die alte (r.) ist auf der Bande noch verschwommen zu erkennen. Foto: stiplovsek
Bei Icing-Entscheidungen wird von den Schiedsrichtern Fingerspitzengefühl gefragt sein. Foto: gepa
Bei Icing-Entscheidungen wird von den Schiedsrichtern Fingerspitzengefühl gefragt sein. Foto: gepa

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