Immer dieselben Dinge

Sport / 10.08.2014 • 21:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Fussball. Auch wenn erst fünf Spieltage in der Sky Go Erste Liga absolviert sind, einige Merkmale sind bereits erkennbar. Und sie wiederholen sich in einer fast beängstigenden Regelmäßigkeit.

Der Bundesliga-Absteiger tut sich immer schwer. Nach Kapfenberg und Mattersburg spürt das jetzt Innsbruck. Es zeigt sich einmal mehr, dass die beiden Ligen nicht miteinander vergleichbar sind. Das betrifft das Spiel auf dem Platz wie auch den Umgang mit dem Fußball. Spieler, Trainer, Vereinsführung, Sponsoren und Fans stehen in der Bundesliga sehr viel mehr im Blickpunkt. Und mit dem Druck des sofortigen Wiederaufstiegs können nicht sehr viele umgehen.

Unruhe in der Vereinsführung macht nie vor der Mannschaftskabine Halt. Deshalb ist Bruno Friesenbichler derzeit in Hartberg nicht zu beneiden. Auf mich macht er nicht unbedingt den Eindruck, als würde ihm die Arbeit Spaß machen. Auch gegen die Austria Lustenau sah ich eine desolat auftretende Hartberger Elf. Von dieser Meinung lasse ich mich nicht abbringen. Selbst der mögliche Führungstreffer hätte nicht den Sieg für die Austria verhindert.

Aufsteiger starten in der Regel stark und überzeugen mit frischem Fußball. Das war vom LASK sogar erwartet worden, aber das Auftreten des FAC ist bisher sehr erfreulich. Bezüglich der Linzer mache ich mir keine Sorgen. Der Kader hat absolut Erste-Liga-Qualität, mit Karl Daxbacher hat man einen erfahrenen Trainer, und die Fans werden wieder kommen. Ob es für den Durchmarsch reichen kann? Das wird sich wohl im Winter entscheiden. Wenn die Linzer dabei sind, dann wird die Klubführung auf dem Transfermarkt sicherlich noch einmal nachlegen. Beim FAC sieht das anders aus. Der Klub muss den Alltag erstmal bewältigen.

Ein Trio mischt vorne mit

Auch wenn ich Mannschaften wie Horn und Kapfenberg noch nicht wirklich beurteilen kann, so haben sich für mich doch drei Mannschaften herauskristallisiert, die am Ende um die Meisterschaft spielen werden. Dass mit Liefering das wohl spielstärkste Team in der Liga nicht dabei ist, hat andere Gründe.

Und so bleibt für mich eigentlich nur das Trio Mattersburg, St. Pölten und Austria Lustenau. Die Burgenländer scheinen endlich in der Liga angekommen zu sein. Dazu sehe ich einen ausgeglichenen Kader, der auch in der Breite gut bestückt ist. Einzige Einschränkung: Mattersburg wird nicht so stabil sein, wie es Altach in der Vorsaison war. St. Pölten muss nun die Europacup-Euphorie ablegen.

Bleibt die Austria: Der Start war durchwachsen, aber Kader-Qualität und -Breite sind top – und die Sehnsucht, Altach zu folgen, riesengroß. Ich sehe klar Luft nach oben, aber dafür sollte Ruhe herrschen. Nach jedem Spiel alles zu hinterfragen, ist der falsche Weg. Nach dem Sieg gegen Hartberg ist nicht alles rosig, aber vorher war nicht alles schlecht. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um nachzulegen. Das weiß auch Helgi Kolvidsson. Deshalb braucht er auch das Vertrauen und die Ruhe.

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